21:40 04 April 2020
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    Neun Raketen sind laut der Nachrichtenagentur AFP auf den irakischen Militärstützpunkt Ain al-Asad abgefeuert worden, auf dem US-Truppen stationiert sind. Ein Sprecher der US-Regierung hat dies inzwischen gegenüber Reuters bestätigt. Die iranische Revolutionsgarde hat sich zu dem Angriff bekannt.

    Iranische Medien sprechen derzeit vom Beginn einer „harten Vergeltung” nach dem tödlichen US-Luftangriff auf den iranischen General Qassem Soleimani. 

    Zu möglichen Verletzten oder Zerstörungen gibt es bislang keine Angaben. 

    ​Nach jüngsten Medienberichten ist nicht eine, sondern mindestens zwei US-Militärbasen im Irak attackiert worden. Ein weiterer Militärstützpunkt, der offenbar ebenfalls mit Raketen beschossen wurde, liegt in der nördlichen Stadt Erbil.

    „Wir sind unter einem Raketenbeschuss durch den Iran. Es sind entweder Marschflugkörper oder Kurzstreckenraketen. Landesweit“, berichtet Fox News unter Berufung auf einen hochrangigen US-Militär im Irak.

    ​Das Weiße Haus weiß nach eigenen Angaben über den Raketenangriff Bescheid. US-Präsident Donald Trump sei bereits informiert worden, er verfolge die Situation. 

    Die iranische Revolutionsgarde warnt US-Verbündete derweil vor Gegenangriffen:​

    „Wir warnen alle Verbündeten der USA: Wenn von ihren Militärbasen aus Angriffe auf den Iran gestartet werden, werden diese Basen dann zum Ziel einer militärischen Vergeltung werden”, so die iranische Revolutionsgarde in einer Erklärung, die der Journalistin Farnaz Fassihi von „New York Times“ vorliegt. 

    ​Das Pentagon hat inzwischen bestätigt, dass „mehr als ein Dutzend” ballistischer Raketen auf das US-Militär und die Koalitionskräfte im Irak abgefeuert worden sind. Die USA würden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ihre Soldaten, Partner und Verbündeten in der Region zu beschützen und zu verteidigen. 

    ​Laut dem Sender Al Mayadeen TV hat der Iran einen zweiten Raketenangriff auf den al-Asad Militärstützpunkt gestartet.

    Bei dem iranischen Raketenangriff sind laut CNN Iraker verletzt worden. Nähere Details sind bislang nicht bekannt. 

    Die Spannungen im Irak hatten sich in den vergangenen Tagen verschärft, nachdem die USA bei einem Drohnenangriff in Bagdad Soleimani und den irakischen Milizenführer Abu Mahdi al-Muhandis getötet hatten.

    Bundeswehrsoldaten in Erbil wohlauf

    Soldaten der Bundeswehr im nordirakischen Erbil, wo nun eine zweite US-Basis unter Raketenbeschuss geraten ist, sind nach Angaben der Bundeswehr wohlauf. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam sagte nach den Berichten über Raketenangriffe auf ausländische Truppen in Erbil in der Nacht auf Mittwoch, er stehe im Kontakt mit seinen Kameraden. Die Soldaten hätten einen Schutzraum aufgesucht und die Situation abgewartet. Aktuell sind in Erbil 115 deutsche Soldaten stationiert. Derzeit sind sie in einem großen, multinationalen Stützpunkt unmittelbar am Flughafen der Stadt untergebracht.

    Keine Opfer unter US-Soldaten

    Das US-Militär erlitt keine Verluste nach der Attacke gegen die Al-Assad-Basis, teilt der US-Sender CNN mit.

    Unter Berufung auf Quellen in den irakischen Sicherheitskräften bestätigt der Sender allerdings Iraker unter den Opfern.

    Iran bestätigt Raketenangriffe

    „Es ist an der Zeit, unser Versprechen zu erfüllen und mit Erlaubnis des allmächtigen Gottes auf die kriminellen und terroristischen Handlungen der amerikanischen Invasoren und die Ermordung des Helden und Kommandanten der Quds-Einheit der Islamischen Revolutionsgarden zu reagieren. Im Rahmen einer Operation namens ‚Märtyrer Soleimani‘ wurden Objekte amerikanischer Eindringlinge mit Luft-Luft-Raketen angegriffen”, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der iranischen Revolutionsgarden.

    Jeder Staat, der sich als Aufmarschgebiet für Angriffe gegen den Iran erweisen sollte, werde ein Ziel für Gegenangriffe, heißt es weiter.

    Trump schweigt

    US-Präsident Donald Trump wird sich am Dienstagabend (Ortszeit) im Zusammenhang mit dem Raketenangriff des Irans auf Stützpunkte des US-Militärs im Irak nicht mit einer Rede an die Nation wenden, teilte ein Pressesprecher des Weißen Hauses nach einem Treffen des Präsidenten mit seinen Ministern mit. Wenig später schrieb der US-Präsident in seinem Twitter-Account: Er werde sich am Mittwoch (Ortszeit) mit einer offiziellen Stellungnahme zu Wort melden.

    Videos

    Derweil kursieren im Internet Videos, die angeblich die iranischen Raketenstarts zeigen sollen:

     

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    Tags:
    Raketen, Irak