18:24 18 Januar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    8852
    Abonnieren

    Die Christliche Volkspartei der Schweiz (CVP) überlegt sich, ob sie das „C“ in ihrem Namen streichen will. Und der Präsident der Bürgerlich-Demokratischen Partei (BDP) verschiebt seinen Rücktritt in den Juni. Schweizer Medien halten diese Überschneidung für keinen Zufall und spekulieren auf eine mögliche Fusion der beiden Mitte-Parteien.

    Trotz geringen Verlusten bei den Schweizer Parlamentswahlen Wahlen 2019, sei die CVP der Meinung, dass sie besser hätte abschneiden können. Der Parteipräsident Gerhard Pfister meint zum Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), dass das Problem eventuell im Parteinamen liegt. Einige Leute, die Pfister beim Wahlkampf begegnet sind, hätten trotz Vertretung der CVP-Werte die CVP aus genau diesem Grund nämlich nicht gewählt – sie seien nicht religiös. Pfister selbst sagte dem SRF:

    „Es ist unsere spezifische Herausforderung, dass wir zwar selbstverständlich immer christdemokratische Werte vertreten werden, aber dass wir nicht als religiöse Partei wahrgenommen werden.“

    Es besteht die Hoffnung, dass ein neuer Parteiname ohne „C“ etwas bewirken könnte. Pfister will diese Angelegenheit laut dem SRF deshalb schnell klären. Bis zur Wiederwahl des Präsidiums im Juni, sollten die Deligierten sowohl den neuen Namen, als auch die neue Strategie erfahren.

    Rückttritt verschoben

    Der BDP-Parteipräsident Martin Landolt verkündete die Verschiebung seines Rücktritts in den Juni. Ursprünglich wollte er Anfang Jahres seine Stelle abgeben. Aufgrund vieler struktureller und organisatorischer Fragen, die noch innerhalb der Partei offenbleiben, entschloss er seinen Rücktritt zu verschieben, schreibt das SRF. Innerhalb dieser Fragen müssten die Potenziale der BDP als eigenständige Partei besprochen werden. Seit den letzten Wahlen hatte diese nämlich enorm an Stimmen verloren. Das wiederum führte zur Bildung einer neue Mitte-Fraktion zusammen mit der CVP.

    Diese neue Zusammenarbeit hätte eine neue „Marke“ geschaffen. Dem SRF sagt Landolt sogar: „Man darf sich sicher auch fragen, ob diese Marke allenfalls weiterzuentwickeln wäre.“ Das SRF stellt darauf die Vermutung auf, dass mit „weiterentwickeln“ auch eine Fusion gemeint sein könnte. Eine Fusion der BDP und der CVP sei in den letzten Jahren nie durchgekommen, allem voran wegen den Zweifeln der BDP. Die Situation sehe nun anders aus, da die BDP in einer größeren Abhängigkeit zur CVP stehe.

    Neue starke Mitte?

    Auch die Namensänderung der CVP käme der BDP für eine Fusion zugute. Falls der neue Name die Betonung ihrer Mitte-Position anzielt, so will sich die BDP überlegen, inwiefern auch sie ein Teil dieser Mitte sein kann. Landolt erwähnt eine potentielle Bündelung von „dieser starken Mitte“. Dies wiederum sei ebenfalls ein Indiz, was auf eine Fusion beider Parteien deuten lässt. Der Vorteil bei einer Fusion wäre, dass die Frage nach einem neuen BDP-Präsidenten nicht weiterhin von Bedeutung wäre.

    lm

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Ton wird immer rauer: Putin will Geschichts-Verzerrern das „Schandmaul schließen“
    Kopftuch-Debatte eskaliert: Schlägerei an Uni Frankfurt
    Erdogan warnt vor „historischem Fehler“ in Libyen
    Tags:
    Rücktritt, Partei, Schweiz