01:16 20 Januar 2020
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    Die irakischen Behörden haben die Gespräche mit Russland zum Kauf der Flugabwehrsysteme S-300 wieder aufgenommen. Dies teilte der Chef des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des irakischen Parlaments, Muhammad Rida, am Donnerstag mit. Bagdad rechne dabei mit Widerstand der US-Regierung.

    „Wir waren davon ausgegangen, dass diese Frage schon viel früher hätte gelöst sein müssen. Vor einigen Monaten, als die Stellungen der schiitischen Miliz al-Haschd asch-Schaabi in Bagdad und anderen Provinzen attackiert wurden, entstand die Notwendigkeit für solche Waffen, und die verantwortliche Seite nahm die Gespräche zu einem S-300-Vertrag wieder auf“, sagt Rida gegenüber RIA Novosti.

    Er wisse nicht, wie weit der Deal bereits fortgeschritten sei. Doch die irakische Führung habe ihre Genehmigung dafür gegeben.

    „Wir rechnen mit Widerstand der US-Seite in dieser Frage“, fügte der Politiker hinzu.

    Im August 2019 hatten Medien berichtet, dass Russland mit dem Irak über Lieferungen von russischen S-300-Flugabwehrraketensystemen verhandelt.

    Neue Spannungen in der Region

    Die Spannungen im Irak hatten sich in den vergangenen Tagen verschärft, nachdem die USA bei einem Drohnenangriff in Bagdad den iranischen General Qassem Soleimani und den irakischen Milizenführer Abu Mahdi al-Muhandis getötet hatten. 

    Als Reaktion attackierte der Iran in der Nacht zu Mittwoch zwei irakische Militärstützpunkte, in denen auch US-Truppen stationiert sind, mit Raketen. Bei dem Angriff gab es jedoch entgegen anderslautenden Meldungen keine US-Opfer. 

    Mit Spannung wurde die Reaktion der Vereinigten Staaten auf die Raketenattacke Teherans erwartet. US-Präsident Donald Trump kündigte in seiner Rede an die Nation am Mittwoch zusätzliche Wirtschaftssanktionen gegen den Iran an. Washington erwäge weitere Schritte gegen Teheran.

    Allerdings blieb eine harte Reaktion, die viele befürchtet hatten, vorerst aus: Trump betonte in seiner Ansprache, er wünsche dem iranischen Volk und seiner Führung eine Zukunft des Wohlstandes. Er rief Teheran zur Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror auf und unterstrich, die USA seien zu Frieden bereit. 

    ta/gs

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    S-300, Irak