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    Massive Eskalation in Nahost nach Mord an Soleimani – Alle Entwicklungen (67)
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    Teheran hat seinen Raketenschlag gegen US-Militärbasen im Irak vorsätzlich so ausgerichtet, dass ein ernster Schaden vermieden werden sollte, berichtet die Zeitung „The Washington Post“ unter Verweis auf ranghohe US-Beamte.

    Demnach erlaubte der Angriff es den beiden Konfliktparteien, umfassende Kampfhandlungen zu vermeiden:

    „Der iranische Raketenangriff auf amerikanische Einrichtungen im Irak war ein kalibriertes Ereignis, das darauf abzielte, minimale Verluste zu verursachen“, schreibt die  Zeitung.

    Die Maßnahmen habe es den Iranern ermöglicht, „das Gesicht zu wahren“, und den beiden Seiten die Chance gegeben, „vom Rande des Krieges zurückzutreten“.

    Den Quellen der Zeitung zufolge wussten US-Beamte bereits am Dienstagnachmittag, dass die Iraner beabsichtigten, amerikanische Ziele im Irak zu attackieren, obwohl nicht klar war, welche Ziele sie genau wählen würden.

    Die Frühwarnung sei von Geheimdienstquellen sowie Mitteilungen aus dem Irak übermittelt worden, so die Beamten:

    „Wir wussten es und die Iraker haben uns das viele Stunden bevor das passieren sollte gesagt“, sagte ein ranghoher Beamter von der US-Administration, der wie andere anonym bleiben wollte.

    Auch entsprechende Geheimdienstberichte seien mehrere Stunden vor dem iranischen Angriff vorgelegt worden.

    Allerdings hätten andere Beamte die Rolle der Iraker bei der Frühwarnung bestritten. Laut einer Quelle aus den Verteidigungskreisen erfuhr die militärische Führung der Vereinigten Staaten erst unmittelbar vor dem Beginn des iranischen Angriffs, dass er geplant worden sei.

    Die Vorwarnung habe es dem Militärkommando ermöglicht, die US-Truppen in sichere, befestigte Stellungen zu bringen.

    Nach Angaben von Militärbeamten wurden den Soldaten auf den Militärbasen im Irak angeordnet, Schutzausrüstung anzulegen und sich in Bunkern zu verstecken. Sie seien auch nach dem Raketenangriff stundenlang in ihren geschützten Stellungen geblieben.

    „Zumindest einige“ Militärs sollen den Luftwaffenstützpunkt Ayn al-Asad im Westirak vor dem Angriff verlassen haben, äußerte ein Beamter.

    Die Tatsache, dass es keine Todesopfer gegeben habe, habe Beamte der US-Administration mehr Zuversicht in Bezug darauf gegeben, dass die Iraner zur Wahrung des Gesichts innerhalb des Landes eine öffentliche Machtdemonstration beabsichtigt hätten, sagte ein Beamter von der US-Administration. Es bestehe ein Konsens darüber, dass der Iran mehr Schaden hätte anrichten können, füge er hinzu.

    Zuvor hatte US-Generalstabschef Mark Milley gegenüber Journalisten geäußert, dass seiner Ansicht nach Teheran doch beabsichtigt hätte, eine materielle Zerstörung herbeizuführen und US-Bürger zu töten. Allerdings hätten die US-Geheimdienste ihre Auswertung der Ereignisse noch nicht abgeschlossen, sagte er.

    US-Luftangriff auf „Kataib Hisbollah“ in Irak und Syrien

    Die Situation in der Nahostregion war eskaliert, nachdem die US-TRuppen Objekte der schiitischen Gruppierung „Kataib Hisbollah“ im Irak und in Syrien am 29. Dezember 2019 angegriffen hatten.

    Das Pentagon rechtfertigte diese Handlungen als Antwort auf die Attacken der Schiiten gegen eine irakische Militärbasis nahe Kirkuk, im Zuge derer ein Bürger der Vereinigten Staaten ums Leben kam und vier US-Soldaten verletzt wurden. Die Miliz bestritt jedoch ihre Verwicklung.

    Am 31. Dezember wurde die US-Botschaft in Bagdad von Protestlern gestürmt, die nach Ansicht Washingtons von pro-iranischen Milizen wie der „Kataib Hisbollah“ unterstützt wurden.

    Ermordung von Soleimani

    In der Nacht zum 3. Januar waren der Kommandeur der iranischen Al-Quds-Spezialeinheit, General Qassem Soleimani, sowie der Gründer der „Kataib Hisbollah“, Abu Mahdi al-Muhandis, bei einer Operation der US-Truppen im Raum des internationalen Flughafens von Bagdad getötet worden. Die USA sahen in al-Muhandis einen der Initiatoren des Angriffs auf die US-Botschaft in Bagdad am 31. Dezember und warfen Soleimani vor, Attacken auf US-Bürger vorbereitet zu haben.

    US-Präsident Donald Trump nach Treffen mit Eu-Rat-Führung (Archivbild)
    © Sputnik / Alexey Witwitsky

    Der Oberste Führer des Irans, Ajatollaj Ali Chamenei, schwor den Vereinigten Staaten Rache für den Tod von Soleimani.

    Teherans Vergeltungsaktion

    In der Nacht zu Mittwoch führte die Iranische Revolutionsgarde nach eigenen Angaben eine Vergeltungsaktion für die Ermordung von Soleimani durch. Boden-Boden-Raketen wurden von iranischem Territorium aus auf den Stützpunkt Ayn al-Asad in der westirakischen Provinz Anbar sowie eine Militärbasis in der Provinz Erbil im Norden des Landes abgefeuert, wo US-Militärkontingente stationiert sind.

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    asch/ae

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    Irak, Schaden, US-Militärbasis, Raketenangriff, Raketenangriff, USA, Iran