03:22 05 Juni 2020
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    In den arabischen Medien kursiert die Meinung, dass der iranische Raketenangriff auf US-Stützpunkte im Irak in der Nacht zu Mittwoch eine mit Washington abgesprochene Operation gewesen sei. Das Ziel sei demnach Gesichtswahrung gewesen: Der Zorn der iranischen Bevölkerung wegen der Ermordung des Generals Qassem Soleimani sollte gemildert werden.

    Der irakische Experte für die Bekämpfung terroristischer Gruppen, General Majed al Qaisi, hat in einem Kommentar gegenüber Sputnik diese Version widergelegt. Der iranische Angriff auf US-Stützpunkte im Irak sei eine direkte und angemessene Reaktion auf Soleimanis Ermordung gewesen.

    „Der Angriff auf die Amerikaner erfolgte im Irak, weil der iranische General auch im Irak ermordet wurde. Wir haben keinen Grund zu behaupten, dass der Zeitpunkt des Angriffs auf die Stützpunkte im Irak zwischen Washington und Teheran im Voraus vereinbart worden war“, sagte al-Qaisi.

    „Der Iran hat die Ermordung seines Generals als direkte Aggression aufgenommen, die symmetrisch beantwortet werden muss. Die Tatsache, dass die Amerikaner jetzt die Bedeutung des iranischen Angriffs sowie den erlittenen Schaden auf jede Weise unterbewerten, zeigt, dass sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht auf die Operation ‚Ain al-Assad‘ reagieren würden“.

    Raketenangriff doch geplant?

    Eine andere Ansicht vertritt der irakische Politiker Abdel Qader al-Jamili. Er sagte gegenüber Sputnik:  „Es ist offensichtlich, dass die Raketenoperation von beiden Seiten berechnet wurde. Das Hauptziel ist es, das Gesicht der iranischen Regierung zu retten. Nach dem Briefwechsel zwischen den USA und dem Iran durch den Schweizer Botschafter, der die amerikanischen Interessen im Iran vertritt, wurde alles klar.“

    „Der Schlag wurde auf dem zuvor ausgewiesenen Territorium verübt, es gab keine ernsthaften Verluste. Diese Version wird durch die äußerst ruhige Reaktion der amerikanischen Seite bestätigt “, schloss der irakische Politiker.

    Reaktion irakischer Demonstranten

    Nach Soleimanis Ermordung hatten irakische Demonstranten ihre Wut ausgedrückt, dass ihr Land in einen Schauplatz der USA und des Iran verwandelt wurde. Sie forderten ein sofortiges Ende der Verletzung ihrer Souveränität durch internationale Spieler.

    Als Reaktion auf die Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran skandierten Demonstranten auf dem zentralen Platz von Bagdad die Parolen: „Wir sind für Sie kein Schlachtfeld. Kämpft und rechnet miteinander anderswo ab!“

    Am 10. Januar sollen im Land auf die Auflösung des irakischen Parlaments abgezielte Massenausschreitungen stattfinden. Außerdem würden die Demonstranten ein Ende der ausländischen Präsenz im Land fordern.

    sm/gs

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    Tags:
    Qassem Soleimani, Iran, Experten, Raketenangriff