17:11 19 Februar 2020
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    Der polnische Sejm hat am Donnerstag eine Resolution verabschiedet, der zufolge die Sowjetunion zusammen mit Hitlerdeutschland für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verantwortlich war. Laut der Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, ist dies ein Beispiel, wie „die Ideologie die Wahrheit besiegt“.

    Der polnische Sejm hat am Donnerstag eine Resolution verabschiedet, der zufolge die Sowjetunion zusammen mit Hitlerdeutschland für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verantwortlich war. Laut der Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, ist dies ein Beispiel, wie „die Ideologie die Wahrheit besiegt“.

    Das Vorgehen der „zwei damaligen totalitären Mächte“ habe zum Ausbruch des Krieges geführt, so das Dokument. Polen und andere Staaten Mittel- und Osteuropas wären nach dem Molotow-Ribbentrop-Pakt die „ersten Opfer“ gewesen.

    „Die Größe einer Nation und die Beziehungen zwischen Ländern können nicht auf Lügen und Fälschungen der Geschichte aufgebaut werden“, heißt es in dem Dokument weiter.

    Sacharowa hat am Freitag Stellung zu der Resolution genommen:

    „Es sieht so aus, als würde die Wissenschaft wie während der Inquisition vom polnischen Sejm als Häresie eingestuft und die Befürworter historischer Tatsachen würden der Hexerei beschuldigt. So besiegt die Ideologie die Wahrheit. Und die Wahrheit wurde vom Nürnberger Tribunal festgelegt. Wenn der polnische Sejm seine Entscheidungen bezweifelt, soll er dies bekannt geben. Dieser Ansatz hat die Subsumtion – Überprüfung der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs“, schrieb sie auf ihrer Facebook-Seite.

    Am Dienstag war bekannt geworden, dass Polen einen Gesetzesentwurf vorbereitet, der die Interpretation der Geschichte „aus russischer Sicht“ verbieten soll.

    Putin übt Kritik an Polen

    Ende Dezember hatte der russische Präsident, Wladimir Putin, für Aufregung in Polen gesorgt. In seiner großen Pressekonferenz am 19. Dezember hatte er erklärt, die sowjetischen Truppen seien erst in Polen einmarschiert, nachdem die polnische Regierung die „Kontrolle über ihre Streitkräfte und über die Geschehnisse auf dem Territorium des Landes” verloren habe. Die polnische Regierung habe sich zu jenem Zeitpunkt irgendwo in der Nähe der polnisch-rumänischen Grenze befunden. Daher habe man nicht einmal einen Ansprechpartner gehabt.

    In der Sitzung der Spitzenpolitiker der GUS-Staaten am nächsten Tag erinnerte der russische Staatschef zudem an das Münchner Abkommen von 1938 und an die Beteiligung Polens an der Aufteilung der Tschechoslowakei.

    In der Folgewoche äußerte sich der russische Präsident in einer Sitzung des russischen Verteidigungsministeriums ungewöhnlich scharf zu Josef Lipski, dem polnischen Botschafter in Berlin in den Jahren 1933 bis 1939, und bezeichnete ihn als einen „Lumpen und ein antisemitisches Schwein“, da sich der damalige polnische Botschafter laut Putin „mit Hitler in seinen  antisemitischen Gesinnungen solidarisiert“ und versprochen hatte, Hitler zu Ehren ein Denkmal in Warschau zu errichten.

    Polen nimmt Stellung

    Eine Reihe polnischer Politiker hatte darauf mit Vorwürfen gegen Putin reagiert. Dem polnischen Premierminister Mateusz  Morawiecki zufolge hat Moskau „eine Reihe ernsthafter Niederlagen“ hinnehmen müssen. So sei es Russland nicht gelungen, sich „Weißrussland vollständig gefügig zu machen“. Unter anderem habe die Europäische Union die Sanktionen wegen der Krim verlängert.

    Der ehemalige Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk hatte die polnische Regierung und die Opposition dazu aufgerufen, gegen Wladimir Putins „Lügen“ gemeinsam vorzugehen.

    Polens Ex-Verteidigungsminister Antoni Macierewicz hatte Putin vorgeworfen, die Zerstörung der „polnisch-amerikanischen“ Allianz anzustreben.

    sm/gs

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    Tags:
    Zweiter Weltkrieg, polnischer Sejm, Warschau