09:03 08 April 2020
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    Nach den iranischen Angriffen auf US-Truppen im Irak haben die USA weitere Wirtschaftssanktionen gegen Teheran verhängt. Das teilten US-Außenminister Mike Pompeo und Finanzminister Steven Mnuchin am Freitag in Washington mit.

    „Wir kündigen zusätzliche Sanktionen gegen das iranische Regime an”, sagte Mnuchin in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Pompeo im Weißen Haus.

    Die Vereinigten Staaten wollten keinen Krieg gegen den Iran, betonte der US-Außenminister. „Wir wollen, dass der Iran sich wie ein normales Land benimmt.”

    Die neuen Strafmaßnahmen betreffen acht hochrangige Vertreter des Iran. Denen wird „Destabilisierung in der Region” sowie die Beteiligung an den jüngsten Attacken auf US-Truppen im Irak vorgeworfen. Auch der Stahlsektor des Landes ist mit Sanktionen belegt worden. Insgesamt sind 17 iranische Unternehmen betroffen. 

    Das US-Finanzministerium nimmt laut Mnuchin nur diejenigen Personen bzw. Unternehmen von den Sanktionen aus, die bei der Ermittlung des Absturzes der ukrainischen Passagiermaschine nahe Teheran helfen wollten. 

    Vergeltungsaktion: Iran greift irakische Militärstützpunkte mit US-Truppen an

    Nach der Tötung des Chefs der iranischen Spezialeinheit al-Quds, General Qassem Soleimani, durch einen US-Luftschlag hatte der Korps der iranischen Revolutionsgarden den Beginn einer „Vergeltungsoperation“ angekündigt. Boden-Boden-Raketen wurden von iranischem Territorium aus auf den Stützpunkt in der westirakischen Provinz Anbar sowie eine Militärbasis in der Provinz Erbil im Norden des Landes abgefeuert, wo US-Militärkontingente stationiert sind. Bei dem Angriff gab es jedoch entgegen anderslautenden Meldungen keine US-Opfer. 

    Mit Spannung wurde die Reaktion der Vereinigten Staaten auf die Raketenattacke Teherans erwartet. US-Präsident Donald Trump kündigte in seiner Rede an die Nation am Mittwoch zusätzliche Wirtschaftssanktionen gegen den Iran an. Washington erwäge weitere Schritte gegen Teheran.

    Allerdings blieb eine harte Reaktion, die viele befürchtet hatten, vorerst aus: Trump betonte in seiner Ansprache, er wünsche dem iranischen Volk und seiner Führung eine Zukunft des Wohlstandes. Er rief Teheran zur Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terror auf und unterstrich, die USA seien zu Frieden bereit

    Flugzeugabsturz nahe Teheran

    Eine ukrainische Boeing 737 stürzte am Mittwochmorgen kurz nach dem Abflug vom Khomeini Airport in der iranischen Hauptstadt Teheran ab. An Bord der Maschine befanden sich laut den ukrainischen Behörden 176 Insassen. Niemand überlebte.

    Trump sagte am vergangenen Donnerstag, er habe einen „Verdacht” zu dem Absturz der ukrainischen Maschine: Jemand könnte ihm zufolge „einen Fehler gemacht haben”. Gleichzeitig berichteten mehrere US-Medien, das Passagierflugzeug sei offenbar aus Versehen von einer iranischen Flugabwehrrakete getroffen worden. Die US-Medien Newsweek, CBS und CNN beriefen sich dabei auf hochrangige US-Beamte bzw. Geheimdienstvertreter. Das Pentagon bewerte den Vorfall als Fehler. Die iranischen Streitkräfte hätten die ukrainische Maschine wohl mit einem feindlichen Flugkörper verwechselt.

    Die iranische Seite hat die Berichte über einen versehentlichen Abschuss als Gerüchte zurückgewiesen.

    ta/gs

     

     

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