10:07 18 Januar 2020
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    Der Passagierjet der ukrainischen Fluggesellschaft MAU (Ukraine International Airlines) ist nach Geständnis des Generalstabes der iranischen Streitkräfte durch „menschliches Versagen“ abgeschossen worden. In dem Zusammenhang hat der iranische Präsident Hassan Rohani Entschädigungsmaßnahmen angeordnet.

    Rohani drückte am Samstag sein Beileid zum Tod der Jet-Insassen aus. Er erläuterte, dass die iranischen Streitkräfte in Erwartung eines Angriffs vonseiten der USA versehentlich den ukrainischen Verkehrsjet abgeschossen hätten.

    „Betrüblicherweise haben menschliches Versagen und ein Fehlabschuss eine große Katastrophe verursacht, die Bedauern auslöst. Als Präsident des Irans möchte ich den Familien der Opfer dieser leidvollen Katastrophe mein Beileid ausdrücken“, heißt es in einer Erklärung Rohanis, die vom Fernsehsender IRIB veröffentlicht wurde.

    „Angesichts der Drohungen und der Einschüchterungen, die das amerikanische aggressive Regime nach dem Märtyrertod von (General) Qassem Soleimani gegen die iranische Nation gerichtet hat, sind die Streitkräfte des Irans hundertprozentig in Gefechtsbereitschaft versetzt worden, um eventuelle Attacken der USA abwehren zu können“, heißt es in der Erklärung.

    Dem iranischen Militär zufolge war das ukrainische Flugzeug als feindliches Ziel wahrgenommen worden, wobei man mit möglichen Angriffen vonseiten der USA gerechnet hätte.

    Der iranische Präsident verwies ferner auf die Notwendigkeit, die Mängel in den Systemen der Luftverteidigung zu beheben. Es sei notwendig, „alle schwachen Punkte der Luftverteidigungskomplexe zu beseitigen und notwendige Maßnahmen zu treffen, damit sich solche Katastrohen nicht wiederholen können“, heißt es in der Erklärung.

    Die ukrainische Boeing 737 war am 8. Januar wenige Minuten nach dem Abheben vom Flughafen von Teheran abgestürzt. Alle 176 Insassen – Bürger von Afghanistan, Deutschland, des Iran, von Kanada, der Ukraine, von Großbritannien und Schweden sowie die ukrainischen Crew-Mitglieder – kamen ums Leben.

    ls/sb

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    Tags:
    Qassem Soleimani, Hassan Rohani, Ukraine, Iran