08:17 01 Dezember 2020
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    Vor der Entscheidung von Siemens über die Lieferung einer Zugsignalanlage für ein umstrittenes Kohlebergwerk in Australien hat sich die Klimaaktivistin Greta Thunberg in die Kontroverse eingeschaltet und auf Twitter einen dringenden Appell veröffentlicht.

    Es erscheine so, dass Siemens die Macht besitze, den Bau zu stoppen, zu verzögern oder zumindest zu unterbrechen, schrieb die 17 Jahre alte Schwedin am Samstag auf ihrem Twitter-Account. „Am Montag werden sie ihre Entscheidung bekanntgeben. Bitte helft dabei, sie dahin zu bringen, dass sie die einzig richtige Entscheidung treffen.“

    Größtes Kohlebergwerk der Welt

    Die Adani Group mit Hauptsitz in Indien will in Australien eines der größten Kohlebergwerke der Welt aufbauen, das aus fünf Untertageminen und sechs Tagebaustätten bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern soll. Das Projekt wird von Umweltschützern seit Jahren bekämpft. Neben dem Klimaaspekt geht es dabei auch um den Verbrauch von Wasser, die Zerstörung von Lebensraum und den Transport der Kohle über das Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Welt.

    Siemens soll Technik liefern 

    Siemens soll für eine Zugstrecke vom Bergwerk zum Hafen Abbots Point Signaltechnik liefern. Angesichts von Protesten gegen die Pläne will das Unternehmen laut Konzernchef Joe Kaeser bis Montag entscheiden, ob der Auftrag ausgeführt wird. Kaeser bot der deutschen Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer am Freitag einen Sitz in einem Aufsichtsgremium des künftigen Unternehmens Siemens Energy an. Neubauer ließ offen, ob sie das Angebot annehmen wird. Sie werde Kaeser „sicherlich eine Rückmeldung dazu geben“. Die Kernfrage der Angelegenheit sei das aber nicht.

    Inzwischen teilte der „Stern“ mit, Neubauer habe den Siemens-Posten abgelehnt und dafür dem Konzern-Chef Joe Kaeser einen anderen Vorschlag gemacht. „Ich werde das Angebot persönlich nicht annehmen können, habe aber Siemens darum gebeten, das Angebot an einen Vertreter oder eine Vertreterin der Scientists For Future weiterzugeben“, sagte Neubauer der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn der Firma ernsthaft an Klimaschutz und Fridays For Future gelegen ist, wird sie meine Entscheidung respektieren.“

    Bei Scientists for Future sind Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen organisiert, die die Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future unterstützen.

    pd/mt/dpa/

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    Konzern, Entscheidung, Projekt, Australien, Kohle, Siemens, Greta Thunberg