10:01 18 Januar 2020
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    In Taiwan ist die chinakritische Präsidentin Tsai Ing-wen im Amt bestätigt worden. Mit ihrer Wiederwahl lehnen die Taiwaner eine stärkere Annäherung mit China ab.

    Die 63-Jährige sagte in ihrer Siegesrede am Samstag in Taipeh: „Ich hoffe, die Ergebnisse der Wahl senden eindeutig das richtige Signal an Peking.“ Der demokratische Inselstaat werde „gegenüber Drohungen und Einschüchterung nicht einknicken“.

    Tsai Ing-wen wurde nach dem amtlichen Endergebnis mit 57 Prozent und mehr als acht Millionen Stimmen erneut Gewinnerin der Präsidentenwahl. Ihr Widersacher Han Kuo-yu von der Oppositionspartei Kuomintang, der eine stärkere Annäherung an China befürwortet, erreichte 38 Prozent der Stimmen. Nur auf vier Prozent kam der dritte Kandidat, James Soong von der People-First-Partei. 

    Peking bekräftigt Machtanspruch

    Die Führung in Peking bekräftigte nach den Wahlergebnissen ihren Machtanspruch auf die Insel. Was auch immer dort geschehe, könne nichts daran ändern, dass Taiwan ein Teil Chinas sei, erklärte der chinesische Außenamtssprecher Geng Shuang am Sonntag. Die Taiwanfrage sei eine „interne Angelegenheit Chinas“, betonte er.

    Der Streit um Taiwans Status dauert schon Jahrzehnte und geht auf den Bürgerkrieg in China zurück. Nach ihrer Niederlage gegen die Kommunisten waren die Truppen der nationalchinesischen Kuomintang 1949 nach Taiwan geflüchtet, das bis Ende des Zweiten Weltkrieges unter der Herrschaft Japans gestanden hatte. Taiwan ist seit der Gründung der kommunistischen Volksrepublik praktisch unabhängig.  Nur noch 15 Staaten unterhalten derzeit diplomatische Beziehungen zu Taiwan. Sein Reisepass wird aber überall anerkannt.

    In Taiwan wurde die Abstimmung  als Votum gegen den Druck aus Peking betrachtet, das schon seit dem Amtsantritt von Tsai Ing-wen im Jahr 2016 die Beziehungen eingefroren hatte. Mit der Wiederwahl von Tsai lehnten die Taiwanerinnen und die Taiwaner jetzt auch den vor einem Jahr von dem chinesischen Staatschef Xi Jinping erneuerten Vorschlag ab, einen Anschluss an die Volksrepublik nach dem Modell der Hongkonger Autonomie „ein Land, zwei Systeme” einzugehen.

    jeg/mt/dpa

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    Tags:
    China, Präsidentenwahl, Tsai Ing-wen, Taiwan