19:29 05 Juli 2020
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    Der Chef der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah, Sayyed Hassan Nasrallah, hat am Sonntag die Verbündeten des Irans aufgefordert, gemeinsam die Ermordung des iranischen Top-Generals Qassem Soleimani zu rächen. Die Vertreibung der USA aus der Region sei das große Ziel. Dies teilte die Nachrichtenagentur Reuters mit.

    „Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die ͵Achse des Widerstands΄ (Syrien, der Iran und die Hisbollah – Anm. d. Red.) ihre Aktivitäten aufnimmt“, sagte Nasrallah.

    Die Widerstandskräfte hätten ernsthafte Absichten und würden ein großes Ziel verfolgen – den US-Truppenabzug aus der Region, so der Anführer der Schiitenmiliz weiter. Allerdings räumte er ein, dass es bis dahin ein „langer Weg“ sein werde.

    Vergeltungsmaßnahmen würden in den „kommenden Tagen, Wochen und Monaten“ stattfinden, sagte er.

    Auch habe Nasrallah Washingtons Anschuldigungen bestritten, dass Soleimani geplant hätte, US-Botschaften in die Luft zu sprengen. „Trump lügt sein Volk an (...). Hajj (eine islamische Ehrenbezeichnung, die anzeigt, dass die Person eine Pilgerfahrt nach Mekka unternommen hat – Anm. d. Red.) Qassem Soleimani hatte nicht vor, US-amerikanische Botschaften in die Luft zu jagen“, behauptete Nasrallah. 

    Nach Worten von US-Präsident Donald Trump sei Soleimani nach der Landung in Bagdad unter anderem deshalb getötet worden, weil „sie unsere Botschaft in die Luft sprengen wollten“, hieß es bei Reuters.

    Ermordung von General Soleimani

    Die Spannungen im Nahen Osten hatten sich weiter verschärft, nachdem die USA in der Nacht zum 3. Januar bei einem Drohnenangriff in Bagdad den Kommandeur der iranischen Eliteeinheit al Quds, General Qassem Soleimani, und den irakischen Milizenführer Abu Mahdi al-Muhandis getötet hatten. Die USA sahen in al-Muhandis einen der Initiatoren des Angriffs auf die US-Botschaft in Bagdad am 31. Dezember und warfen Soleimani vor, Attacken auf US-Bürger vorbereitet zu haben.

    Reaktion aus Teheran  

    Als Reaktion attackierte der Iran in der Nacht vom 7. auf den 8. Januar zwei irakische Militärstützpunkte, in denen auch US-Truppen stationiert sind, mit Raketen. Bei dem Angriff gab es jedoch entgegen anderslautenden Meldungen keine US-Opfer. Am Donnerstag hatte Irans Parlament einem Gesetzentwurf einstimmig zugestimmt, der die US-Armee und das US-Verteidigungsministerium als Terrororganisationen einstuft.

    Hisbollah-Miliz

    Die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah war 1982 von der Iranischen Revolutionsgarde zum Widerstand gegen die damalige israelische Invasion gegründet worden. Saudi-Arabien, die USA und Israel drängen ihre Verbündeten zu einem kompletten Verbot der Hisbollah.

    Die Vereinigten Staaten machen die Hisbollah für die Selbstmordattentate in Beirut (Libanon) im Oktober 1983 verantwortlich, bei denen das US-Marine-Hauptquartier zerstört und 241 Soldaten getöteten worden waren.

    pd/sb/rtr/

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    Tags:
    Raketenangriff, USA, Rache, Qassem Soleimani, Verbündete, Hisbollah, Iran