05:28 19 Januar 2020
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    Ein dänischer Sergeant namens John ist auf der US-amerikanischen Basis Al Asad im Irak gewesen, als der Iran sie mit Raketen beschossen hat. Nun ist er in Kuwait und erzählt in einem Interview dem Sender TV 2 Einzelheiten über diesen Angriff.

    Der Däne John ist Vertreter der internationalen Koalition im Irak. Samt seinen Kollegen wurde er nach dem Angriff nach Kuwait gebracht. Bald sollen Psychologen kommen, um den Soldaten zu helfen, mit negativen psychischen Auswirkungen zurechtzukommen.

    Der Sergeant und seine Kollegen wurden über den Angriff einige Stunden vor seinem Beginn informiert. Sie haben in einem Bunker Zuflucht gefunden.

    „Das war schrecklich“, erzählt John. „Es ist kaum zu beschreiben, ich würde keinem wünschen, so was zu erleben.“

    Die Soldaten hätten einige Stunden lang auf die Attacke im Bunker gewartet. Dann seien neun Raketen eingeschlagen, jede soll laut John eine Tonne gewogen haben. Die Soldaten im Bunker hatten wegen des Staubes ihre Schals vors Gesicht gebunden, um atmen zu können. Das Schwierigste sei aber gewesen, Unwissenheit und Hilflosigkeit zu empfinden.

    „Wir wussten nicht, wann es zur nächsten Attacke kommen würde. Wir konnten nichts von denjenigen Fertigkeiten einsetzen, die wir gelernt haben. Es blieb uns nur übrig, zu sitzen und zu warten“, sagte John.

    Alle reagierten unterschiedlich auf die Situation. Einige erzählten Witze, um sich aufzumuntern, andere haben sich eingekapselt. Es habe auch welche gegeben, deren Augen voller Tränen standen. Als der Angriff zu Ende war, stiegen die dänischen Soldaten nach oben.

    „Wir waren uns sicher, dass wir eine ausgebrannte Wüste sehen würden und waren sehr erstaunt, dass das alles nicht direkt über unseren Köpfen passierte. Nach meinen Einschätzungen landeten die Raketen nicht näher als 300 Yard von uns entfernt“, erzählte John weiter.

    Nach dem Angriff waren ihm zufolge große Trichter im Boden zu sehen, „wo ein Lkw leicht hätte parken können“.

    Derzeit sind Psychologen auf dem Weg nach Kuwait, um den Soldaten zu helfen, mit dem Vorfall klarzukommen.

    „Wir brauchen sie tatsächlich. Wir waren auf solch eine Situation nicht vorbereitet“, sagte der dänische Sergeant.

    Irans Raketenangriff auf US-Stützpunkte im Irak

    Der Iran hatte als Vergeltung für die Tötung des Chefs der iranischen Spezialeinheit al-Quds, General Qassem Soleimani, durch einen US-Luftschlag den US-Stützpunkt in der westirakischen Provinz Anbar sowie eine US-Militärbasis in der Provinz Erbil im Norden des Landes mit Boden-Boden-Raketen beschossen. Opfer gab es aber keine, da die Militärs über den Angriff vorgewarnt wurden.

    om/mt

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    Tags:
    Irak, Basis, Qassem Soleimani, Vergeltung, Raketenangriff, USA, Iran