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    Die Nachrichtenagentur Reuters hat unter Berufung auf Teilnehmerkreise das genaue Datum der internationalen Libyen-Konferenz bekanntgegeben, die in Berlin unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen stattfinden wird.

    Die Veranstaltung ist demzufolge für den 19. Januar anberaumt. Ziel ist, die in Libyen militärisch aktiven Regierungen zu einer Einhaltung des UN-Waffenembargos und einer Unterstützung des Waffenstillstands zu bewegen.

    Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert bestätigte am Montag, dass es Planungen für eine Konferenz gebe. Er könne aber keine offizielle Ankündigung machen. Die Vorbereitungen liefen. Auf jeden Fall solle eine Libyen-Konferenz im Januar stattfinden. Das Treffen könne aber nur der „Auftakt für einen längeren Prozess sein“.

    Russisch-türkische Verhandlungen über Libyen-Lage in Moskau

    In Russlands Hauptstadt haben am Montag die russisch-türkischen Gespräche zur Situation in Libyen begonnen, so die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa. Das Treffen im 2+2-Format, also mit Teilnahme der Außen- und Verteidigungsminister, verläuft im Empfangshaus des Außenamtes.

    Lage in Syrien

    Seit dem Sturz des langjährigen Herrschers Muammar al-Gaddafi vor fast neun Jahren steckt Libyen im Kriegschaos und wird von einer Doppelherrschaft geführt. Im Osten regiert der vom Volk gewählte Abgeordnetenrat, der sich auf die Libysche Nationalarmee (LNA) um Chalifa Haftar stützt.

    Haftar und der Premierminister der international anerkannten Regierung in Tripolis, Fajis al-Sarradsch, sind am Montag in Moskau eingetroffen. Die lybischen Delegationen sollen sich den Verhandlungen später anschließen.

    Putin und Erdogan rufen zu Waffenruhe auf

    Am Samstag hatten der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan in einer gemeinsamen Erklärung alle Kriegsparteien in Libyen aufgefordert, ab dem 12. Januar um Mitternacht die Kämpfe einzustellen und sich umgehend an den Verhandlungstisch zu setzen.

    Haftar begrüßte diese Initiative, versicherte jedoch, den Angriff auf die libysche Hauptstadt Tripolis fortzusetzen. Al-Sarradsch sprach sich ebenfalls für eine Waffenruhe aus, forderte jedoch, dass die LNA-Einheiten, die seit April letzten Jahres in Richtung Hauptstadt vorrücken, den Rückzug antreten.

    In der Nacht auf Sonntag gaben beide Seiten die Einstellung der Feindseligkeiten ab Mitternacht Ortszeit (01.00 Uhr Moskauer Zeit) bekannt. Allerdings erklärte jede der Parteien, auf jeglichen Verstoß gegen den Waffenstillstand reagieren zu wollen.

    Konferenz in Berlin

    Der Libyen-Gipfel in Berlin soll den Auftakt zu einem längeren Verhandlungsprozess geben. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel will verhindern, dass in Libyen ein Stellvertreterkrieg wie in Syrien entbrennt. Russland unterstützt laut Putin die deutsche Initiative, aber „einige Sachen bedürfen noch der Vorarbeit“.

    Das türkische Präsidialamt gab am Montag bekannt, dass Erdogan am nächsten Sonntag für einen Tag nach Berlin reisen werde.

    mo/mt/rtr

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    Libyen, Deutschland