07:04 19 Januar 2020
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    Im französischen Pau findet am Montag ein Treffen von Frankreichs Präsident Macron mit mehreren Staatschefs aus der Sahel-Region statt. Im Zentrum der Gespräche sind die sich verschlechternde Sicherheitslage und der Kampf mit dem islamistischen Terrorismus. Macron will auch andere europäische Staaten in die Pflicht nehmen, darunter Deutschland.

    Die Sahel-Zone kommt nicht zur Ruhe. Trotz Investitionen in die Aufstellung der eigenen Truppen und der militärischen Präsenz etlicher internationaler Mächte sind die Staaten Niger, Mali, Burkina Faso und Nigeria weiterhin Schauplatz blutiger Anschläge extremistischer Gruppierungen. Laut der Denkfabrik Africa Center for strategic Studies hat sich die Zahl der Anschläge seit 2015 verdoppelt und lag 2019 bei rund 700. Die Zahl der Opfer stieg von 225 auf 2000. Drei islamistische Gruppierungen sind hierbei für gut Zweidrittel der Anschläge verantwortlich: Die Macina Liberation Front (FLM), der Islamic State in the Greater Sahara (ISGS) und Ansaroul Islam.

    Die frühere Kolonialmacht Frankreich ist mit massiver militärischer Präsenz vor Ort, rund 4500 französische Soldaten sind bei der Anti-Terror-Mission „Barkhane“ im Einsatz. Bei dem am Montag stattfindenden Afrika-Gipfel am Fuße der Pyrenäen will Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vom malischen Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita und vier weiteren Staatschefs aus der Region ein klares Bekenntnis zur französischen Militärpräsenz und zum Kampf gegen den islamistischen Terrorismus. 

    Darüber hinaus will Macron auch verstärkt europäische Partner ins Boot holen, darunter Deutschland. Doch seine Initiative stößt auf wenig Zustimmung. Bislang haben nur Estland, Belgien, Dänemark und Tschechien signalisiert, mitziehen zu wollen. Deutschland hingegen hat bereits zweimal die Bitten um Beteiligung an einem Einsatz europäischer Spezialeinheiten im Kampf gegen Islamisten in Mali abgeschlagen. Im Rahmen der UN-Mission zur Stabilisierung des Landes (Minusma) sowie der EU-Ausbildungsmission EUTM sind derzeit bis zu 1100 Bundeswehrsoldaten in Mali im Einsatz. 

    Für das Ausloten etwaiger europäischer Beteiligung sind in Pau EU-Ratschef Charles Michel und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell eingeladen.

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    Tags:
    Sahel, Emmanuel Macron, Bundeswehr, Mali, Minusma