10:42 13 August 2020
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    Trotz Kritik aus den USA hält Bulgarien am Ausbau der Turkish-Stream-Pipeline fest, durch die russisches Erdgas über die Türkei nach Südosteuropa strömen soll. Laut der bulgarischen Außenministerin Ekaterina Sachariewa will der Balkanstaat seine eigenen Interessen durchsetzen.

    US-Unterstaatssekretär David Hale hatte in der vergangenen Woche dem bulgarischen Radiosender BNR gesagt, dass die Vereinigten Staaten gegen eine neue Abzweigung von Turkish Stream durch Bulgarien nach Südosteuropa seien. Wie auch Nord Stream 2 sorge der zweite Strang von Turkish Stream nicht für eine Diversifizierung der Energieressourcen in Europa, so der US-Diplomat. Er warf Moskau vor, seine Rohstofflieferungen für politischen Druck zu missbrauchen.

    In einer Stellungnahme dazu betonte Bulgariens Außenministerin Ekaterina Sachariewa die Bedeutung von russischem Erdgas für ihr Land.

    „Die Haltung der USA gegenüber Nord Stream 2 und Turkish Stream, oder Balkan Stream wie wir es nennen, ist klar. Aber wir folgen unserem eigenen Interesse, um auf der Gaslandkarte nicht umgangen zu werden“, sagte Sachariewa in einem am Dienstag veröffentlichten Gespräch mit dem Nationalen Fernsehen Bulgariens.

    „Es liegt im Interesse der bulgarischen Bürger, Erdgas aus diversen Quellen zu beziehen“, so die Ministerin weiter. Der zweite Strang sei für Bulgarien mit Blick auf den Bau des Balkan Gas Hub enorm wichtig.

    Auch wenn Bulgarien seine Versorgungsquellen diversifizieren wolle, sei russisches Gas für das Land wichtig. „Die Position der USA ist nichts Neues. Aber wir verteidigen die Interessen Bulgariens. Und diese bestehen darin, dass wir (diverse – Red.) Quellen haben.“

    Die von Bulgarien angestrebten Erdgaspipeline-Verbindungen („Interconnectors“) mit den Nachbarn Serbien, Griechenland und Rumänien sollen, so Sachariewa, die Diversifizierung der Versorgungsquellen gewährleisten.

    Russisches Gas für die Türkei

    Turkish Stream (auch Turkstream) war vor mehr als fünf Jahren beschlossen worden, nachdem der Bau der Pipeline South Stream, durch welche russisches Gas direkt nach Bulgarien und weiter nach Südosteuropa hätte strömen sollen, am Widerstand der EU gescheitert war.

    In der vergangenen Woche weihten der russische Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdoğan bei einem Festakt die rund tausend Kilometer lange Rohrleitung zwischen beiden Ländern ein. Die Pipeline mit einer Jahresleistung von 31,5 Milliarden Kubikmetern soll die Türkei mit bis zu 15,75 Milliarden Kubikmetern Gas im Jahr versorgen. Durch den zweiten Strang der Pipeline soll die gleiche Menge russischen Gases weiter nach Südeuropa fließen.

    leo/ap/sna

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    Tags:
    Rumänien, Serbien, Europa, Turkish Stream, Türkei, Erdgas, Bulgarien