10:38 26 Januar 2020
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    Polen unterstützt die Initiative Russlands, einen Komplex von Archivdokumenten zum Zweiten Krieg einzurichten und ist laut dem stellvertretende Außenminister Polens, Pawel Jablonski, bereit, Hilfe dabei zu leisten.

    „Im Zusammenhang mit den jüngsten Äußerungen des russischen Präsidenten ist dies eine sehr interessante Idee. Wir unterstützen ihn (Russlands Präsidenten Wladimir Putin – Anm.d.Red.) voll und ganz, da die Schaffung einer Sammlung von Archivdokumenten zum Zweiten Weltkrieg das Entfernen des Geheimhaltungsstempels und die Öffnung russischer Archive bedeuten wird“, zitiert die polnische Nachrichtenagentur PAP Jablonski.

    „Wir hoffen, dass diese Archive so bald wie möglich geöffnet werden. Wir sind bereit, jede Hilfe zu leisten“, so der Politiker weiter.

    Russlands Präsident Wladimir Putin gab am Mittwoch in seiner jährlichen Ansprache an die Föderale Versammlung bekannt, Russland werde die größte und umfassendste Sammlung von Archivdokumenten, Filmen und Fotomaterialien zum Zweiten Weltkrieg erstellen, die sowohl den Russen als auch der ganzen Welt zur Verfügung stehen würde.

    Warschau gibt Sowjetunion Schuld am Beginn von Zweitem Weltkrieg

    Der polnische Sejm hat am 9. Januar eine Resolution verabschiedet, der zufolge die Sowjetunion zusammen mit Hitlerdeutschland für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verantwortlich war.
    Das Vorgehen der „zwei damaligen totalitären Mächte“ habe zum Ausbruch des Krieges geführt, so das Dokument. Polen und andere Staaten Mittel- und Osteuropas wären nach dem Molotow-Ribbentrop-Pakt die „ersten Opfer“ gewesen.

    Putins Kritik an polnischem Botschafter

    Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich der russische Präsident in einer Sitzung des russischen Verteidigungsministeriums ungewöhnlich scharf zu Josef Lipski, dem polnischen Botschafter in Berlin in den Jahren 1933 bis 1939, geäußert. Er bezeichnete ihn als einen „Lumpen und ein antisemitisches Schwein“, da sich der damalige polnische Diplomat „mit Hitler in seinen  antisemitischen Gesinnungen solidarisiert“ und versprochen habe, Hitler zu Ehren ein Denkmal in Warschau zu errichten.

    Zudem hatte Putin in seiner großen Pressekonferenz am 19. Dezember erklärt, die sowjetischen Truppen seien erst in Polen einmarschiert, nachdem die polnische Regierung die „Kontrolle über ihre Streitkräfte und über die Geschehnisse auf dem Territorium des Landes” verloren habe. Die polnische Regierung habe sich zu jenem Zeitpunkt irgendwo in der Nähe der polnisch-rumänischen Grenze befunden. Daher habe man nicht einmal einen Ansprechpartner gehabt.

    In der Sitzung der Spitzenpolitiker der GUS-Staaten am nächsten Tag erinnerte der russische Staatschef zudem an das Münchner Abkommen von 1938 und an die Beteiligung Polens an der Aufteilung der Tschechoslowakei.

    Polen nimmt Stellung

    Eine Reihe polnischer Politiker hatte darauf mit Vorwürfen gegen Putin reagiert. Dem polnischen Premierminister Mateusz  Morawiecki zufolge hat Moskau „eine Reihe ernsthafter Niederlagen“ hinnehmen müssen. So sei es Russland nicht gelungen, sich „Weißrussland vollständig gefügig zu machen“. Unter anderem habe die Europäische Union die Sanktionen wegen der Krim verlängert.

    Der ehemalige Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk hatte die polnische Regierung und die Opposition dazu aufgerufen, gegen Wladimir Putins „Lügen“ gemeinsam vorzugehen.

    Polens Ex-Verteidigungsminister Antoni Macierewicz hatte Putin vorgeworfen, die Zerstörung der „polnisch-amerikanischen“ Allianz anzustreben.

    sm/gs

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    Tags:
    Geschichte, Polen, Archiv, Zweiter Weltkrieg, Wladimir Putin