15:08 08 April 2020
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    Nach dem Angriff auf das Bürgerbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Politiker Unterstützung zugesagt. Am Mittwoch waren an einer Scheibe des Bürgerbüros Diabys in Halle (Sachsen-Anhalt) mehrere Einschusslöcher festgestellt worden.

    Merkel sprach während der Debatte über die Organspende im Bundestag am Donnerstag kurz mit Diaby. Dabei habe sie ihm ihre Unterstützung signalisiert, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Angriff auf das Bürgerbüro des im Senegal geborenen Diaby hatte Bestürzung und Sorgen ausgelöst.

    Angriff auf Bürgerbüro

    Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby hat am Mittwoch Fotos von seinem Bürgerbüro veröffentlicht, die Einschusslöcher zeigen. Diese habe er am Mittwochmorgen entdeckt, wie Diaby auf  Twitter schrieb. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ schrieb, dass die Einschüsse von einer Softair-Waffe stammen sollen. Ob es sich um einen Anschlag handelt, ermitteln nun Polizei und Staatsschutz.

    Diaby ist immer wieder Zielscheibe von rassistischen Anfeindungen. Im August 2017 wurde er von der als rechtsextrem geltenden Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) verunglimpft, als sie ein Wahlkampffoto Diabys in einem Facebook-Artikel mit der Unterschrift „‘Deutsche‘ Volksvertreter nach heutigem SPD-Verständnis. Wie heißt es doch: ‚Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ versah. Daraufhin häuften sich in den Kommentaren Beschimpfungen wie „schwarzer Affe“ und „Volksverräter“.

    Der SPD-Abgeordnete erhielt Unterstützung aus den eigenen Reihen und auch andere Parteien bekundeten ihm ihre Solidarität. Bundesaußenminister und Sozialdemokrat Heiko Maas zeigte sich in einem Tweet über den Vorfall empört: „Einfach unfassbar. Widerlich und feige. Volle Unterstützung, auch für das gesamte Team. Wir werden weiter an Eurer Seite für eine freie, tolerante und vielfältige Demokratie eintreten. Jetzt erst recht!”

    Der Bundesvorstand der Partei die Linke kommentierte Diabys Tweet mit den Worten – „Nicht einschüchtern lassen von Nazi-Terror!“. Auch der frühere Generalsekretär der Christlich Demokratischen Partei Deutschlands (CDU), Ruprecht Polenz, äußerte sich dazu: „Ihnen meine volle Solidarität. Es wird höchste Zeit, die Häufung von Anschlägen gegen Politiker auch POLITISCH ernst zu nehmen. Die Übergänge vom Rechtsextremismus zur Gewalt sind fließend.”

    Der aus dem Senegal stammende Diaby hatte Mitte der 80er Jahre in der DDR an der Martin-Luther-Universität in Halle ein Studium der Chemie aufgenommen, promovierte dort später und lernte vor Ort auch seine heutige Ehefrau kennen, die in Halle Agrarwissenschaften studierte. Er engagierte sich früh auch politisch, trat 2008 in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) ein und sitzt aktuell über die Landesliste Sachsen-Anhalt für seine Partei im Deutschen Bundestag.

    mka/gs

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    Tags:
    Angriff, Karamba Diaby, Angela Merkel, SPD