00:03 30 März 2020
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    Der Sohn des letzten iranischen Schahs und frühere Kronprinz, Reza Pahlavi II., hat im Rahmen einer Veranstaltung der US-Denkfabrik „Hudson Institute“ von seinen Plänen für einen Regimewechsel im Iran gesprochen. Ihm zufolge arbeitet Washington bereits an diesem Vorhaben. Das berichtet die Fachzeitschrift „The National Interest“.

    Der frühere Kronprinz Reza Pahlavi wolle bei der Planung eines Militärputsches helfen, hieß es in der Fachzeitschrift. Pahlavi habe Teile der iranischen Revolutionsgarde aufgerufen, sich vom dortigen Regime abzuwenden und damit „einen reibungslosen Übergang“ zu ermöglichen. Dieser würde auf „meiner Strategie des gewaltfreien zivilen Ungehorsams“ basieren, so Pahlavi weiter.

    Ferner verriet er, den Iran in ein „Mehrparteiensystem“ umwandeln zu wollen. Hardliner in der Trump-Administration, darunter der ehemalige Nationale Sicherheitsberater John Bolton, drängten auf einen Regimewechsel im Iran, hieß es weiter. Sie hätten aber bislang keine gut ausgearbeitete Alternative zu der theokratischen Islamischen Republik vorgelegt.

    Der ehemalige Thronfolger sieht sich jedoch nicht in der Rolle des nächsten Schahs von Iran.

    „Ich möchte auf dieser Seite des Zauns sein, wo ich mich mit der Obrigkeit anlege und die Rechte der Menschen verteidige, damit wir eine echte Demokratie aufbauen können – anstatt in einer regierenden oder autoritären Position zu sein und den Menschen Rechenschaft zu schulden“, sagte er.  

    Laut Pahlavi steht das heutige Iran am Rande eines Zusammenbruchs. Sein Plan sei die einzige Möglichkeit, die bevorstehende „Implosion“ mit einem „Minimum an Opfern“ zu bewältigen. Unter anderem verglich er die jetzige Lage dort mit dem Iran im Jahr 1978, die schließlich zum Sturz seines Vaters, Mohammad Reza Pahlavi, geführt habe.

    „Ich habe meinen Dialog mit Menschen im Iran kontinuierlich ausgebaut, mit Menschen, die in Bezug auf ihre administrativen Fähigkeiten treibende Kraft für den Wandel sein könnten“, so Pahlavi. „Menschen, die unter den gegebene Umständen gezwungen sind, im Untergrund zu agieren, um nicht aufzufliegen.“

    Ferner forderte er die internationale Gemeinschaft dazu auf, einen „Streikfond“ zu finanzieren. Dadurch könnten die iranischen Arbeiter das Land durch ihre Streiks lahmlegen. Zudem richtete er sich an die Regierung von Donald Trump und forderte sie dazu auf, ihre Politik des maximalen wirtschaftlichen Drucks auf den Iran fortzusetzen – bis die Islamische Republik bezwungen sei.

    Die Ereignisse der Islamischen Revolution unter Ruhollah Chomeini führten 1979 zum Sturz von Schah Mohammad Reza Pahlavi und setzten der Monarchie im Iran ein Ende. Der abgesetzte Monarch verließ am 16. Januar 1979 das Land.

    Reza Pahlavi II. verließ den Iran bereits im Sommer 1978, um seine Ausbildung in den USA fortzusetzen. Nach seiner Ausbildung als Kampf-Jet-Pilot in Texas absolvierte er ein Studium im Bereich Politikwissenschaft. Nach Aufenthalten in den USA sowie in Marokko und Ägypten lebt er seit 1984 erneut in den Vereinigten Staaten von Amerika.

    Unruhen in Teheran

    Am vergangenen Samstag hatten sich Hunderte Studenten vor dem Gebäude der technologischen Universität „Amir Kabir“ in Teheran versammelt, um der Opfer der Katastrophe mit dem ukrainischen Flugzeug zu gedenken, die durch einen versehentlichen Raketenangriff der iranischen Streitkräfte verursacht worden war. Die zunächst friedlich verlaufende Aktion gipfelte in einer Demonstration. Bis zu 700 Studenten skandierten radikale Losungen und forderten den Rücktritt der Schuldigen und deren rechtliche Verfolgung.

    Laut Fars zerrissen die Protestierenden demonstrativ ein Porträt von Topgeneral Qassem Soleimani, dem Chef der iranischen Revolutionsgarden, der Anfang Januar durch einen US-Raketenangriff getötet worden war. Die Demonstranten wurden später von der Polizei auseinandergetrieben.

    mka/gs

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    Tags:
    USA, Regimewechsel, Iranische Revolutionsgarde, Teheran