06:16 08 Juli 2020
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    Ein Twitter-Beitrag von Alice Weidel hat die russische Botschaft in Berlin offenbar sehr irritiert: Die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag wollte nämlich der deutschen Opfer von „Flucht und Vertreibung“ gedenken, die vor 75 Jahren „vor der vorrückenden Roten Armee fliehen“ mussten. Der Tweet löste eine hitzige Diskussion in den Kommentaren aus.

    Am 13. Januar veröffentlichte die AfD-Politikerin den folgenden Tweet:

    Der Beitrag sorgte für heftige Reaktionen im Kurznachrichtendienst: Inzwischen sind unter dem Posting fast 600 Kommentare. 

    Kurze Zeit später meldete sich auch die russische Botschaft in Berlin und versuchte, die Geschichtskenntnisse der AfD-Fraktionsvorsitzenden etwas aufzufrischen: „Dann sollte man sich vielleicht auch daran erinnern, weswegen die Rote Armee vorrücken musste.“

    ​Allerdings ließ Weidel die Rückmeldung der russischen Botschaft ohne Antwort.

    Auch der Vorsitzende der Satirepartei „Die Partei“ und Mitglied des Europäischen Parlaments Martin Sonneborn kommentierte Weidels umstrittene Kurznachricht mit dem spöttischen Hashtag #HitlerbärtchenSmiley.

    ​Wenig Unterstützung für Weidels Tweet

    Für ihren Twitter-Beitrag wurde Weidel von den Nutzern nicht gerade gefeiert. Zwar gab es auch einige, die sie dafür lobten, doch der Mehrheit scheint Weidels Tweet nicht besonders gefallen zu haben.

    „Wenn die AfD jetzt wirklich dieses Narrativ bedienen will, wonach die armen Deutschen ganz unschuldig zu Opfern der bösen Roten Armee geworden sind, dann muss ich sagen, die AfD muss sich auch nicht wundern, wenn sich einige fragen, worauf das denn dann mal hinauslaufen soll“, kommentierte der Nutzer Jakob Berg.

    „Für die AfD gibt's eben Flüchtlinge und Flüchtlinge. Hängt immer von der Nationalität ab“, kommentierte Sabine Leopold.

    ​„Sehr geehrte Frau Weidel, auch meine Großeltern mit ihren Töchtern wurden vertrieben und haben ihren Bauernhof und ihre Heimat verloren. Aber das Schicksal dieser vielen hatte eine Ursache : Die ausgeführten Wahnvorstellungen der Nazis…“, schrieb die Nutzerin Sinn- und Unsinndenker.

    „Herzlichen Glückwunsch. Ihr Post ist der Sammelplatz für sämtliche Nazis und deren Nachfahren geworden, die bis heute nicht verstanden haben, warum es normal ist, aus einem Land vertrieben zu werden, das man sich unrechtens angeeignet hat“, schrieb der Nutzer Max.

    ta

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    Tags:
    Deutschland, Alice Weidel