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    Polens Außenministerium hat zum 75. Jahrestag der Befreiung Warschaus von den faschistischen Besatzern seinen Respekt vor der Roten Armee geäußert und gleichzeitig betont, dass das polnische Volk dadurch nicht befreit worden wäre.

    „Wir respektieren das Blutvergießen im Kampf gegen den Nazismus, aber 1945 führte das Stalin-Regime zu Terror, Kriminalität und Raub. Die Rote Armee befreite Warschau von der deutschen Besatzung, brachte den Polen aber keine Freiheit“, so das polnische Außenministerium auf seinem offiziellen Twitter-Account.

    Abriss eines sowjetischen Denkmals in Warschau (Archivbild)
    © Sputnik / Alexey Buktschin / Archiv
    Die offiziellen Behörden des Landes haben nicht an den bescheidenen Feierlichkeiten anlässlich des Jahrestages der Befreiung Warschaus teilgenommen.

    Früh am Morgen organisierte die Union der Soldaten der polnischen Streitkräfte am Grab des unbekannten Soldaten auf dem Pilsudski-Platz eine Kranzniederlegung. An der Zeremonie nahmen mehrere hundert Menschen teil, darunter auch Veteranen der polnischen Armee, Aktivisten patriotischer Organisationen sowie Vertreter mehrerer diplomatischer Vertretungen, insbesondere Russlands und Weißrusslands. Der Bürgermeister von Warschau, Rafal Tschaskowski, war nicht anwesend, ließ jedoch einen Kranz niederlegen.

    Der 17. Januar gilt als Tag der Befreiung von Warschau. Die polnische Hauptstadt wurde durch die sowjetischen Truppen im Ergebnis der Offensivoperation Warschau-Posen (14.-17. Januar 1945) befreit.

    Warschau gibt Sowjetunion Schuld am Beginn von Zweitem Weltkrieg

    Der polnische Sejm hat am 9. Januar eine Resolution verabschiedet, der zufolge die Sowjetunion zusammen mit Hitlerdeutschland für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verantwortlich war.

    Das Vorgehen der „zwei damaligen totalitären Mächte“ habe zum Ausbruch des Krieges geführt, so das Dokument. Polen und andere Staaten Mittel- und Osteuropas wären nach dem Molotow-Ribbentrop-Pakt die „ersten Opfer“ gewesen.

    Putins Kritik an polnischem Botschafter

    Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich der russische Präsident in einer Sitzung des russischen Verteidigungsministeriums ungewöhnlich scharf zu Josef Lipski, dem polnischen Botschafter in Berlin in den Jahren 1933 bis 1939, geäußert. Er bezeichnete ihn als einen „Lumpen und ein antisemitisches Schwein“, da sich der damalige polnische Diplomat „mit Hitler in seinen  antisemitischen Gesinnungen solidarisiert“ und versprochen habe, Hitler zu Ehren ein Denkmal in Warschau zu errichten.

    Zudem hatte Putin in seiner großen Pressekonferenz am 19. Dezember erklärt, die sowjetischen Truppen seien erst in Polen einmarschiert, nachdem die polnische Regierung die „Kontrolle über ihre Streitkräfte und über die Geschehnisse auf dem Territorium des Landes” verloren habe. Die polnische Regierung habe sich zu jenem Zeitpunkt irgendwo in der Nähe der polnisch-rumänischen Grenze befunden. Daher habe man nicht einmal einen Ansprechpartner gehabt.

    In der Sitzung der Spitzenpolitiker der GUS-Staaten am nächsten Tag erinnerte der russische Staatschef zudem an das Münchner Abkommen von 1938 und an die Beteiligung Polens an der Aufteilung der Tschechoslowakei.

    Polen nimmt Stellung

    Eine Reihe polnischer Politiker hatte darauf mit Vorwürfen gegen Putin reagiert. Dem polnischen Premierminister Mateusz Morawiecki zufolge hat Moskau „eine Reihe ernsthafter Niederlagen“ hinnehmen müssen. So sei es Russland nicht gelungen, sich „Weißrussland vollständig gefügig zu machen“. Unter anderem habe die Europäische Union die Sanktionen wegen der Krim verlängert.

    Der ehemalige Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk hatte die polnische Regierung und die Opposition dazu aufgerufen, gegen Wladimir Putins „Lügen“ gemeinsam vorzugehen.

    Polens Ex-Verteidigungsminister Antoni Macierewicz hatte Putin vorgeworfen, die Zerstörung der „polnisch-amerikanischen“ Allianz anzustreben.

    sm/gs

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    Tags:
    Rote Armee, Befreiung, Warschau, Polen