20:05 19 Februar 2020
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    Das Auswärtige Amt hat sich für einen auf den ersten Blick unschuldigen Scherz entschuldigen müssen: Das deutsche Außenministerium wollte an einem sogenannten Challenge teilnehmen, der momentan sehr populär ist, musste aber gleich zurückrudern.

    Im Netz kursiert derzeit der Hashtag #SeduceSomeonein4Words (dt. Verführe jemanden in vier Worten): Die Nutzer müssen sich vier Worte einfallen lassen, mit denen sie eine andere Person schwer beeindrucken oder gar verführen können.

    Auch das Auswärtige Amt wollte sich mal von seiner lustigen Seite zeigen. In dem englischen Twitter-Account des Außenministeriums erschienen folgende vier Worte: “Ihr Visum wurde genehmigt“.

    Der Tweet kam grundsätzlich gut an: Er wurde mehrere Hundert Mal geteilt und mehrere Tausend Mal geliked. Es fanden sich aber auch Menschen, die an dem Scherz Anstoß nahmen. Dabei geht es vorwiegend um Personen, die momentan ein deutsches Visum zu erhalten versuchen, was keine so leichte Aufgabe zu sein scheint. Manche Bewerber müssen offenbar Wochen oder gar Monate auf ein Studenten- oder Arbeitsvisum warten.

    Manche nahmen den Tweet aber trotzdem mit Humor: „Obwohl es schrecklich kompliziert und manchmal erniedrigend ist, ein Visa in einem deutschen Konsulat zu erhalten, ist der Witz trotzdem sehr lustig“, schrieb der türkische Journalist Rahsan Gulsan.

    Das Auswärtige Amt ruderte rasch zurück und löschte den Tweet. Danach veröffentlichte das Ministerium reumütig eine Entschuldigung: „Lustig sein ist offenbar nicht immer unsere Stärke. Wir wissen, dass das Visumverfahren kompliziert ist, und dass Visumentscheide Menschenleben tief beeinflussen können. Unsere Kollegen nehmen diese Entscheidungen sehr ernst.“

    Allerdings verteidigten viele Nutzer den Witz des Auswärtigen Amts und brachten ihr Bedauern wegen der Entfernung des Beitrags zum Ausdruck.

    „Jetzt bin ich beleidigt, weil Ihr den Tweet gelöscht habt, weil es jemanden gekränkt hat, der offensichtlich keinen Humor hat”, schrieb der Nutzer Dren Ukmata. 

    ​Allerdings verteidigten viele Nutzer den Witz des Auswärtigen Amts und brachten ihr Bedauern wegen der Entfernung des Beitrags zum Ausdruck.

    „Mir hat der Tweet sehr gefallen. Es war gar nicht nötig, sich zu entschuldigen und bestimmt nicht nötig, ihn zu löschen. Macht es mit dem Humor weiter. Genau das fehlt heute in dieser verwirrten Welt“, schrieb die Nutzerin Darya HSK.

    ta/gs

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