15:32 26 Februar 2020
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    Polens Ansprüche auf eine Reihe von Kunstwerken aus dem Puschkin-Museum in Moskau sind laut Irina Antonowa, der Präsidentin des Staatlichen Museums für bildende Künste, das den Namen des russischen Schriftstellers Alexander Puschkin trägt, unbegründet. Dies äußerte sie in einem Interview mit dem Nationalen Nachrichtendienst am Sonntag.

    Ihr zufolge muss im Fall von Ansprüchen vonseiten Warschaus eine glaubwürdige adressierte Appellation geschickt werden, welches Bild konkret, von welchem Autor und aus welchem polnischen Museum verschwunden sei und in welchem russischen Museum – nach Ansicht der polnischen Seite – es aufgetaucht sei. Antonowa betonte, dass bis dato keine derartigen Schreiben eingegangen seien und alle Erklärungen Polens daher unbegründet seien.

    Zuvor hatte das polnische Außenministerium Polens Rechte auf eine Reihe von in Russland befindlichen Kunstwerken geltend gemacht. Eine diesbezügliche Mitteilung wurde auf der offiziellen Webseite der Behörde auf Twitter am 18. Januar veröffentlicht.

    Der amtierende Minister für Kultur, Wladimir Medinski, hat seinerseits erklärt, dass die Frage bezüglich einer Rückgabe von Kulturgütern für Russland nicht auf der Tagesordnung stehe und die im Rahmen der Restitution als Entschädigung verlagerten Kunstwerke Eigentum des Landes seien.

    Diese Erklärung des polnischen Außenministeriums erfolgte nach der im Zusammenhang mit dem 75. Jahrestag der Befreiung Warschaus von Faschisten durch die Rote Armee am 17. Januar 1945 ausgelösten Diskussion. Polen hatte dieses Datum offiziell nicht gefeiert und dabei betont, dass die Rotarmisten die polnische Hauptstadt nicht vom Faschismus befreit, sondern erneut okkupiert hätten.

    Seit Wochen reißt die Debatte um die Geschichte, und konkret um die Ursachen des Zweiten Weltkriegs, nicht ab – sowohl in als auch außerhalb Russlands. Der russische Präsident Wladimir Putin hat versprochen, ein Zentrum von Archivdokumenten zum Zweiten Weltkrieg zu eröffnen. Dabei war seine Wortwahl ungewöhnlich scharf.

    „Wir werden das Schandmaul einiger Funktionäre im Ausland schließen, die es für momentane politische Ziele öffnen. Wir werden es mit wahren fundamentalen Informationen schließen“, sagte Putin bei einem Treffen mit Veteranen und Vertretern patriotischer Organisationen in St. Petersburg.

    Russische Politiker und Diplomaten hatten die Position des polnischen Außenministeriums als einen Versuch bezeichnet, die Geschichte den antirussischen Stimmungen der örtlichen Eliten zuliebe umzuschreiben.

    ek/mt/sna

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    Tags:
    Veteranen, Zweiter Weltkrieg, Entschädigung, Appellation, Alexander Puschkin, Puschkin-Kunstmuseum, Irina Antonowa, Polen