01:07 26 Februar 2020
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    Die polnische Armia Krajowa (AK), in Deutschland auch als die „polnische Heimatarmee“ bezeichnet, die 1944 an der Organisation des Warschauer Aufstands beteiligt war, tötete vielfach Ukrainer und Juden und hielt sowjetische Offiziere als Geiseln. Das wird aus jetzt veröffentlichten historischen Dokumenten bekannt.

    Die Archivdokumente, die vom russischen Verteidigungsministerium zum Jahrestag der Befreiung Warschaus von deutschen NS-Truppen veröffentlicht wurden, geben Hinweise darauf, wie brutal die AK gegen verschiedene Minderheiten vorging, sowie auch, dass der Widerstand gegen die Wehrmacht von Kommandeuren der AK teilweise von innen heraus sabotiert worden sein könnte.

    So heißt es unter anderem in einem Einsatzbericht eines Spähers namens Oleg:

    „Die reaktionären Elemente, vor allem die Untergrundkampforganisation AK, die sogenannte PKB (Polnische Untergrundpolizeikräfte), verfolgte eine ausgeprägte nationalistische Politik. Die gesamte in der Stadt verbliebene ukrainische Bevölkerung wurde massakriert oder erschossen. Die PKB-Kräfte vernichteten auch die verbliebenen Juden, die die Deutschen nicht vernichten konnten.“

    Die Führung der „Heimatarmee“ soll zudem nichts unternommen haben, um die einzelnen nationalen polnischen Partisanenorganisationen zu vereinen. Im Gegenteil habe sie häufig deren Kampfoperationen gestört.

    Die AK habe auch sowjetische Offiziere gefangen genommen, die aus den NS-Gefängnissen geflohen waren.

    Oleg vermutet zudem, dass die Organisatoren des Warschauer Aufstands die Interaktion mit den sowjetischen Truppen absichtlich sabotiert hätten, weil sie sie nicht als Verbündete betrachtet hätten. Gleichzeitig habe das Kommando der Roten Armee alle möglichen Versuche unternommen, um den Aufstand in Warschau trotz der begrenzten Ressourcen und der Erschöpfung durch heftige Gefechte mit Waffen-, Lebensmittel-, Treibstofflieferungen, Aufklärungsdaten und Artillerieangriffen zu unterstützen, hieß es weiter.

    Die vom russischen Verteidigungsministerium freigegebenen Papiere berichten über den Kampf der Roten Armee für die Befreiung Polens im Zweiten Weltkrieg.

    Die veröffentlichten Dokumente enthalten Beweise für die Hingabe und den Mut der Soldaten der Roten Armee und dafür, wie sowjetische Soldaten die zerstörte Transport- und landwirtschaftliche Infrastruktur wiederhergestellt hätten. Die Dokumente sollen auch Beweise für die „Barbarei der faschistischen Besatzer in Polen” enthalten haben. Die Veröffentlichung von Dokumenten über die Befreiung von Warschau soll dazu beitragen, die historische Wahrheit zu schützen und zu verteidigen, Fälschungen der Geschichte, der Ergebnisse des Vaterländischen und Zweiten Weltkriegs, entgegenzuwirken, schreibt das Ministerium.

    Der Warschauer Aufstand begann am 1. August 1944 und wurde zwei Monate später, am 2. Oktober 1944, vom Dritten Reich niedergeschlagen. Die polnischen Untergrund-Rebellenorganisationen versuchten mit Unterstützung der Roten Armee, Warschau von den faschistischen Invasoren zu befreien, schafften dies jedoch nicht, da die Offensive nicht ausreichend vorbereitet gewesen war, so dass die Stadt erneut in die Hände der Nazis fiel. Warschau wurde am 17. Januar 1945 von der Roten Armee befreit.

    Kritik aus Warschau

    Das polnische Außenministerium hat die nun freigegebenen historischen Archivdokumente kurze Zeit nach ihrer Veröffentlichung scharf kritisiert.

    Die sowjetische Armee hat dem stellvertretenden polnischen Außenminister Pavel Jablonski zufolge den Warschauer Aufstand nicht unterstützt, sondern sei erst nach dessen Niederschlagung und nach der Zerstörung der Stadt in Warschau eingetroffen. Zudem kritisierte er die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen nach der Befreiung Polens durch die sowjetische Armee.

    Nach seinen Angaben marschierte die Rote Armee am 17. Januar 1945 in Warschau ein, das nach dem Warschauer Aufstand zerstört worden war. In Polen werde das Blutvergießen der sowjetischen Soldaten im Kampf gegen den Nationalsozialismus geschätzt, aber nach 1945 habe das neue Regime zu Terror und Kriminalität geführt, so die polnische Einschätzung.

    aa/mt

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    Tags:
    Rote Armee, Sowjetunion, Ermordung, Ukrainer, Juden, Russland, Polen