13:59 08 April 2020
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    Einige Stunden nach dem iranischen Raketenschlag auf die US-Stützpunkte im Irak hat Russland laut dem amtierenden Außenminister Sergej Lawrow mindestens sechs US-Jäger des Typs F-35 in der Luft an den iranischen Grenzen gesichtet. Der Iran rechnete ihm zufolge mit einem Gegenschlag seitens der USA.

    „Zu diesem Zeitpunkt befanden sich mindestens sechs F-35-Jagdflugzeuge an der Grenze zum iranischen Luftraum. Diese Angaben müssen noch übergeprüft werden, weisen aber auf die ganze Nervosität der Lage hin“, sagte Lawrow in der vergangenen Woche auf einer Pressekonferenz.

    Wie die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ unter Hinweis auf Militärexperten am Dienstag schreibt, ist in dieser Richtung das Frühwarnsystem „Container“ im Einsatz. Das ist ein Überhorizontradar für die Ortung aerodynamischer Ziele. Interessant sei dabei, dass die F-35 als Tarnkappenjets gelten und demnach nicht gesichtet werden sollten.

    Wie der Chef des Forschungs- und Produktionskomplexes des Wissenschafts- und Forschungsinstituts für Langstreckenfunk NIIDAR, Kirill Makarow, der Zeitung sagte, handelt es sich bei „Container“ um eine einzigartige Anlage. Sie kann einen Flugkörper in einer Entfernung von 2000 Kilometer sehen, während dies für einfache Radare nur in einer Entfernung von 400 Kilometern möglich ist.

    Moskau könne dank „Container“ das gesamte europäische Territorium der Nato unter Kontrolle halten, so dass es unmöglich sei, eine Bomber-Staffel oder einen Schwarm Kampfdrohnen unauffällig aufsteigen zu lassen, sagte Makarow.

    Die ersten „Container“-Frühwarnanlagen wurden erst vor kurzem in Dienst gestellt. Die Errichtung solcher Stationen an den russischen Grenzen sei keine schwierige Sache, schreibt die Zeitung weiter. Alle Bestandteile des Radars bestehen aus Modulen und können schnell zusammengebaut werden.

    Abschuss der ukrainischen Boeing

    Das iranische Militär hatte am 8. Januar irrtümlich ein Passagierflugzeug der Ukrainian International Airlines in der Nähe des Flughafens in Teheran mit zwei Boden-Luft-Raketen kurzer Reichweite aus einem Fla-Raketenkomplex Tor-M1 abgeschossen. Die Maschine war auf dem Weg nach Kiew. Niemand überlebte. Die meisten Opfer waren Iraner.

    Der Hintergrund

    Die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran haben sich verschärft, als die USA Stellungen der Hisbollah-Miliz im Irak und Syrien bombardierten. Als Reaktion darauf griffen schiitische Milizen die US-Botschaft in Bagdad an, wonach die USA den Chef der iranischen Spezialeinheit al-Quds, General Qassem Soleimani, während seines Irak-Besuchs durch einen Luftangriff töteten.

    Als Vergeltung für die Tötung seines Generals bombardierte der Iran US-Stützpunkte in Irak. Kurz danach schoss das iranische Militär irrtümlich ein Flugzeug der Ukrainian International Airlines in der Nähe des Flughafens in Teheran ab, was Proteste im Land hervorrief.

    Am 11. Januar publizierte Donald Trump via Twitter Beiträge auf Persisch, in denen er den Protestlern in Teheran seine Unterstützung aussprach und die iranische Leitung aufrief, nicht gewaltsam gegen die Demonstranten vorzugehen.

    om/sb

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