02:06 05 August 2020
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    Russland hat dem UN-Sicherheitsrat Beweise für die Verfälschung von Informationen zum angeblichen Einsatz von Chemiewaffen in Duma (Ost-Ghuta) im Jahr 2018 vorgelegt.

    In einer Sitzung, die der Untersuchung des Falls gewidmet war, teilte der Direktor der russischen Stiftung für Studien über Probleme der Demokratie, Maxim Grigorjew, mit, dass Mitglieder dieser nichtstaatlichen Organisation ein Dutzend Male Syrien besucht und Hunderte Augenzeugen befragt hätten, darunter im Krankenhaus der Stadt Duma befindliche Menschen. 

    „Wir haben auch zehn Bewohner des Hauses in Duma befragt, in dem menschliche Überreste gefunden worden waren, sowie 300 Ortsansässige im Umkreis von einem Kilometer von diesem Gebäude … Die Aussagen dieser Zeugen sind ein unbestreitbarer Beweis dafür, dass der C-Waffen-Einsatz in Duma eine Fälschung ist“, so Grigorjew. Er verlas einige Augenzeugenberichte, denen zufolge keine durch C-Waffen-Angriffe betroffenen Menschen ins Krankenhaus von Duma gebracht worden seien.

    In der Sitzung wurde ferner eine Videoansprache des ehemaligen OPCW-Experten Ian Henderson zugespielt, der mit der ersten Expertengruppe in Duma tätig war.

    „Das Fazit des Schlussberichts widersprach den während des Duma-Besuchs und danach gesammelten Erkenntnissen der (ersten) Expertengruppe oder stellte ein volles Gegenteil davon dar. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Zwischenberichtes im Juli 2018 hatten wir ernsthafte Bedenken in Bezug auf die C-Waffen-Attacke“, so der Ex-Experte. 

    Die russische Seite verwies darauf, dass die Inspekteure, die der ersten in Duma eingesetzten Expertengruppe angehörten, an dem Bericht bis hin zu dessen Veröffentlichung nicht gearbeitet hatten. Zudem seien zahlreiche Fragen hinsichtlich des Schlussberichts und von seinem Inhalt abweichende Beobachtungen ignoriert worden.

    Nichtsdestotrotz haben sich Vertreter einiger Länder in der Sitzung des Sicherheitsrates dafür ausgesprochen, Syrien des C-Waffen-Einsatzes zu beschuldigen. So erklärte der estnische UN-Botschafter Sven Jürgenson, er vertraue der „unabhängigen und fachmännischen Arbeit der OPCW's Fact-Finding Mission“. Es gebe keinen Grund dafür, das Fazit des OPCW-Berichts anzuzweifeln, so Jürgenson.

    Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hatte im März vorigen Jahres einen Bericht über die Untersuchung des Zwischenfalls vom 7. April 2018 in Duma veröffentlicht. Darin wurde unter anderem behauptet, dass bei einer C-Waffen-Attacke eine toxische Substanz, höchstwahrscheinlich Chlor, verwendet worden sei und mit diesem Stoff gefüllte Flaschen aus der Luft abgeworfen worden seien. Das ermöglichte einigen westlichen Ländern, die syrischen Fliegerkräfte des Einsatzes von chemischen Waffen zu beschuldigen.

    ls/mt

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    Tags:
    Estland, UN-Sicherheitsrat, Russland, Syrien