14:45 18 Februar 2020
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    Das Weltraum-Kommando des US-Militärs hat laut Berichten seinen ersten „Kampfeinsatz im All“ gemeistert. Demnach registrierte das Frühwarnsystem der „US Space Force“ iranische Raketen-Angriffe so schnell, dass US-Basen im Irak kaum Schäden davontrugen. Vor knapp einem Jahr hatte US-Präsident Donald Trump erstmalig von der „Space Force“ gesprochen.

    Das „US Space Command“ – auch bekannt als „Space Force“ – also das neu gegründete Weltraumkommando der Streitkräfte der USA, hat seinen ersten „combat test“ (Kampf-Test) bestanden. Das meldeten in den letzten Tagen verschiedene Militär-Nachrichtenportale und Blogs für Sicherheits- und Verteidigungspolitik unter Berufung auf die US-Regierung.

    „Die Aufklärungssysteme (der Space Force, Anm. d. Red.) entdeckten den Start der ballistischen Raketen, die Iran auf US-Basen im Irak abfeuerte, und trugen damit zur Vorwarnung bei“, berichtete der Militär-Blog „Augengeradeaus“ am Montag. Nach Angaben des US Space Command wurden „die iranischen Raketenstarts vermutlich von Infrarot-Sensoren auf Satelliten entdeckt.“ Dabei zeichnen Infrarot-Sensoren die Wärmesignatur von in der Luft befindlichen Raketen auf. Das US-Weltraumkommando habe die Kontrolle über diese Aufklärungsmittel von der Air Force, also der US-Luftwaffe, übernommen.

    Iranische Raketen: Vergeltung gegen USA nach Soleimani-Mord

    Mit dieser Information werde nun „ein bisschen klarer“, so der Blog, „wie die Warnung am achten Januar aussah.“ Der Iran hatte damals als Reaktion auf die gezielte Ermordung seines Top-Generals Qassem Soleimani Kurzstreckenraketen auf US-Basen im Irak abgefeuert. Dank der frühzeitigen Warnungen gab es damals keine Toten durch den Raketenbeschuss zu beklagen. „Davon waren auch deutsche Soldaten in Erbil im Nordirak betroffen. Sowohl die USA als auch andere Nationen, die in der internationalen Anti-IS-Koalition im Irak präsent sind, hatten von einer rechtzeitigen Warnung für ihre Soldaten gesprochen, jedoch nicht präzisiert, worin diese Warnung bestand.“

    Im Irak sind im Rahmen der Anti-IS*-Koalition mehrere Nationen im Einsatz. Darunter die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich oder auch die deutsche Bundeswehr. „Mehr als ein Dutzend“ ballistischer Raketen seien am achten Januar vom Iran aus auf Stützpunkte im Irak abgefeuert worden, die von US-amerikanischen Truppen genutzt werden. Dies teilte kurz nach dem Angriff ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums im Pentagon mit.

    Seit dem Mord an Iran-General Soleimani gab es wiederholt Raketenangriffe auf irakische Ziele, darunter Militär-Basen der US-Amerikaner. In der Nacht auf Dienstag schlugen erneut drei Raketen – vermutlich iranischer Herkunft – im Regierungsviertel der irakischen Hauptstadt Bagdad ein. Es habe auch bei diesem Angriff laut Quellen vor Ort „keine Opfer“ gegeben.

    „Ersten Kampf im All bestanden“ – US-Offizielle

    Am Montag meldete das Fachmagazin für militärische Nachrichten „Military.com“, dass das neu geschaffene US-Weltraumkommando „im Raumkampf seinen ersten Test erfolgreich bestanden habe. Aussagen von US-Beamten und Experten würden dies bestätigen.

    „Frühwarnfähigkeiten, die zu den Kapazitäten der Space Force gehören, halfen den US-Streitkräften bei der Früherkennung der jüngsten ballistischen Raketen-Abschüsse durch den Iran auf US-Basen im Irak“, zitiert das Militär-Magazin einen offiziellen Bericht des US-Weltraumkommandos. „Für unsere Truppen auf dem Boden ist dieses Frühwarn-System ein großer Vorteil.“

    Satelliten, Weltraum- und Boden-Sensoren

    Beamte des US-Militärs betonen laut dem Bericht, dass eine „Vielzahl von ineinandergreifenden Weltraum- und Boden-Sensoren, die das Space-Command vor allem von der US Air Force geerbt hat,“ für die frühe Aufklärung der iranischen Raketenangriffe gesorgt habe. „Diese Fähigkeiten dienen der Erkennung und Verfolgung von weltweit abgeschossenen ballistischen Raketen.“ Es gebe eine Vielzahl von Sensorik-Systemen, die weltweit die US-Streitkräfte im Bereich der „Raketenwarnung und Detektion“ unterstützen. „Sprecher des US-Militärs benennen aber aus Sicherheitsgründen nicht das genaue System, das die Raketen aus dem Iran letztendlich lokalisierte.“

    Externe Militär-Experten vermuten allerdings, dass das sogenannte „Space-Based Infrared System (SBIR)“ die iranischen Raketen-Abschüsse auf US-Basen im Irak zuerst verzeichnet hätte. Dieses System beruhe auf der „kombinierten Fähigkeit von vier Satelliten“, die im Auftrag der Space Force vom All aus militärische und technische Bewegungen auf der Erde beobachten. Die so gewonnenen Daten würden dann in der Abteilung „460th Space Wing” auf der Buckley Air Force Base im US-Bundesstaat Colorado final verarbeitet und an Entscheidungsträger im US-Militär weitergeleitet. Darunter eben die jüngste Warnung aufgrund der Raketenabschüsse des Irans.

    Pentagon informiert Trump über „Space Force”

    Bereits letzte Woche nahm US-Präsident Trump im Pentagon an einem ersten „Briefing“ zu seiner neuen Weltraum-Truppe teil. Bei der Unterrichtung waren auch US-Verteidigungsminister Mark Esper und hochrangige Militärs anwesend. Das Ziel der Unterrichtung sei gewesen, „den Präsidenten über anstehende Meilensteine ​​bei der Schaffung der Space Force zu informieren“, sagte Pentagon-Sprecher Jonathan Hoffman. Dies berichten am vergangenen Freitag die auf militärische Nachrichten spezialisierten „Defense News“.

    Laut dem Pentagon gebe es eine Frist bis zum ersten Februar. Bis dahin müsse die zuständige zivile Leiterin der Air Force, Barbara Barrett, dem US-Kongress eine „zu beratschlagende Organisationsstruktur“ für die US Space Force vorlegen.

    Neuer „sechster Arm“ im US-Militär

    Seit gut einem Jahr spricht Trump öffentlich von der Schaffung einer „Space Force“ als integrierter neuer Arm der US-Streitkräfte. Nachdem bereits Mitte Dezember der Kongress und das Repräsentantenhaus das dazugehörige US-Gesetz für eine eigenständige Weltraumstreitkraft abgesegnet hatten, gab schließlich kurz vor Weihnachten der Verteidigungshaushalt grünes Licht für die Gründung des US-Weltraumkommandos. Das Kommando scheint bereits jetzt aktiv und handlungsfähig zu sein.

    Laut Aussagen der US-Regierung ist die Space Force als „eigenständige Abteilung innerhalb der Air Force“ angesiedelt. Sie gilt als neuer „sechster Arm“ im US-Militär neben den althergebrachten Militärzweigen Luftwaffe, Armee, Küstenwache, Marinekorps und Seeflotte. 

    * Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

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    Tags:
    Irak, Iran, Weltraum, US-Militär