08:58 29 März 2020
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    Frankreichs leistungsstärkstes Wasserkraftwerk in Grand'Maison ist seit dem späten Dienstagabend von Arbeitern angehalten worden, die gegen die Pläne der Regierung zur Änderung des Rentensystems protestierten. Darüber berichtet der Sender BFMTV unter Berufung auf die Gewerkschaft GGT am Mittwoch.

    „Die Gewerkschaft GGT setzt die Protestaktionen im Bereich Produktion und Energieverteilung fort. Sie setzt sich gegen das Reformprojekt ein“, berichtet der Sender. Diese Aktion sei bei der Generalversammlung von den Streikenden beschlossen worden.

    Die Unterbrechung des Kraftwerks Grand'Maison findet nur einen Tag nach dem Protest der Energiearbeiter gegen die Pläne von Präsident Emmanuel Macron zur Rentenreform statt. Sie hatten den Strom in etwa 35.000 Haushalten südlich von Paris abgeschaltet. Auch der Flughafenzug Orlyval war unterbrochen.

    Die Kapazität des Wasserkraftwerkes in Grand'Maison beträgt 1800 Megawatt oder 9 Prozent der Leistung der von Électricité de France (EDF) in Frankreich betriebenen Wasserkraftwerke.

    Rentenreform

    Mit der Rentenreform will die französische Regierung Privilegien für bestimmte Berufsgruppen wie die Eisenbahner auf längere Sicht abschaffen. Außerdem will die Regierung Anreize geben, länger zu arbeiten.

    Die Regierung hatte mit langen Übergangsfristen zwar Zugeständnisse gemacht – die Gewerkschaften waren allerdings nicht zufrieden. Umfragen zufolge tritt eine Mehrheit der Franzosen gegen die Reform auf.

    Regierung kompromissbereit

    Am 11. Januar hatte sich die Regierung bereit gezeigt, auf den umstrittenen Punkt der Rentenreform im Konflikt mit den Gewerkschaften zu verzichten. Die Regelung, nach der die Franzosen erst mit 64 Jahren volle Rentenbezüge erhalten sollen, werde vorläufig aus der Gesetzesreform gestrichen, erklärte Frankreichs Premierminister Édouard Philippe.

    om/sb

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