07:56 09 Juli 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    Von
    372
    Abonnieren

    Vor vier Jahren unterlag Bernie Sanders gegen Hillary Clinton bei den Vorwahlen der Demokraten für die Präsidentschaftskandidatur in den USA. Sanders tritt nun erneut an. Clinton teilt in einer aktuellen Doku-Serie heftig gegen den Kandidaten der Demokraten aus.

    „Niemand mag ihn. Niemand will mit ihm zusammenarbeiten, er kriegt nichts geschafft.“, so äußert sich Hillary Clinton über den Kandidaten der Demokratischen Partei (DP) für das US-Präsidentenamt, Bernie Sanders, in einer Doku-Serie, die im März auf dem Streaming-Dienst „Hulu“ Premiere feiert.

    Der Wahlkampf für die Vorwahlen der Demokraten für die Präsidentschaftskandidatur in den USA beginnt im Februar 2020. Hier geht es darum, einen Kandidaten der Partei zu wählen, der dann gegen den amtierenden Präsidenten und Republikaner Donald Trump antritt. Der Linke Sanders liegt im Moment in Umfragen aussichtsreich auf Platz Zwei hinter Ex-Vizepräsident Joe Biden.

    Clinton wirbt selbst für „Hillary“

    Während sich Bernie Sanders erneut als Kandidat der Demokraten für das Präsidentenamt bewirbt, verzichtet Clinton diesmal. Trotzdem gilt sie als äußerst einflussreich bei den Demokraten. So werden Clintons Aussage und die Doku sicher nicht zufällig jetzt veröffentlicht. Die Gattin von Alt-Präsident Bill Clinton, die 2016 Donald Trump als Präsidentschaftskandidatin unterlag, wirbt sogar selbst auf Twitter für die einfach „Hillary“ genannte Doku.

    „Hillary“ feiert kommendes Wochenende beim „Sundance Film“-Festival in Utah Premiere.

    Sanders verbreitet "Blödsinn"

    Die frühere US-Außenministerin sagt in der Doku, dass Sanders in seiner langen Zeit als Senator nichts zustande gebracht hat. Clinton selbst saß von 2001 bis 2009 für den Bundesstaat New York im Senat. Sanders verbreite "Blödsinn", sagt Clinton weiter und viele würden darauf reinfallen. In der Dokumentation lässt Clinton offen, ob sie Sanders letzten Endes unterstützen würde, sollte er die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gewinnen und gegen Trump antreten. Clinton behauptet auch, dass Sanders etwas gegen Frauen habe. So habe Sanders die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Elizabeth Warren als "unqualifiziert" bezeichnet und gemeint, dass eine Frau keine Chance hätte gegen Trump. Sanders bestreitet das. Clinton sieht in solchen Äußerungen jedoch ein "Muster" bei dem Senator.

    2016 hatten Clinton und Sanders mit harten Bandagen gegeneinander gekämpft. Letzten Endes konnte sich Clinton durchsetzen. Vorwürfe wurden laut, dass die Parteizentrale der Demokraten intern Clinton bevorzugt habe, da Sanders als „zu links“ galt.

    #ILikeBernie

    Der 78jährige Bernard „Bernie“ Sanders ist ein parteiloser US-amerikanischer Politiker, der seit 2007 den Bundesstaat Vermont im US-Senat vertritt. Von 1991 bis 2007 war Sanders Mitglied des Repräsentantenhauses. Im Senat gehört er der Fraktion der Demokratischen Partei an. Sanders trat in der Vorwahl der Demokraten für die Präsidentschaftswahl 2016 an und war deshalb zeitweilig als Demokrat registriert. Mit seiner Kampagne gewann er für seine Reformvorstellungen insbesondere viele Junge und Linke in den USA und unterlag nach einem lange offenen Rennen der schließlich nominierten Hillary Clinton. Am 19. Februar 2019 kündigte Sanders an, sich für die Wahl 2020 ein zweites Mal um die Präsidentschaft zu bewerben.

    Für den Moment scheinen die Attacken von Hillary Clinton dem linken Präsidentschaftskandidaten nicht zu schaden. Auf Twitter in den USA war der Hashtag #ILikeBernie am Dienstag Nummer Eins.

    Der Kandidat der Demokraten für die Präsidentschaftswahl soll im Sommer gekürt werden. Die Wahl zum Präsidenten der USA findet am 3. November 2020 statt.

    Zum Thema:

    So geht selbstbewusstes Amerika mit Russen um - Nulands feuchter Traum von Bidens Russland-Strategie
    „Zynische Absurdität“: Maas fordert Ende ausländischer Eingriffe in Libyen
    Für Fertigstellung von Nord Stream 2 geeignet: „Fortune“ in dänische Gewässer eingelaufen
    Tags:
    Bernie Sanders, Hillary Clinton