23:32 25 Februar 2020
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    Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hat auf einen in der US-Zeitung „Politico“ veröffentlichten Artikel des polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki reagiert und ihm vorgeworfen, die Geschichte des Zweiten Weltkrieges neu schreiben zu wollen. Auch die Behauptung, die Sowjetarmee habe Warschau nicht befreit, stößt auf Kritik.

    „Dies ist ein weiterer krimineller Versuch, die Geschichte des Zweiten Weltkrieges neuzuschreiben. Diesmal beschränkte sich Warschau nicht auf den Wunsch, die Sowjetunion und Nazideutschland gleichzusetzen oder die Lieblingsthese über ihre ͵Union΄ zu wiederholen. (...) Wenn der polnische Ministerpräsident einen Artikel über den Holocaust verfasst, macht er mehrere falsche Thesen zu dessen Kernstück. Eine davon, die zentrale, widmet sich ͵45 Jahren sowjetischer Besatzung, die Millionen von Menschenleben gekostet hat΄. Lügen und Manipulationen wurden zu treuen Mitautoren polnischer Politiker, die von den Themen des Zweiten Weltkrieges sprechen“, schrieb Sacharowa auf Facebook.

    Nach der Befreiung Polens habe die UdSSR die Wirtschaft dieses Landes wiederaufgebaut und dabei altruistisch gehandelt, hieß es.

    „Es war der UdSSR zu verdanken, dass Polen nach dem Zweiten Weltkrieg die sogenannten ͵zurückgegebenen Gebiete΄ erhalten hat, die vorher Deutschland gehörten. Es war eben der UdSSR zu verdanken, dass Polen eines der Gründungsländer der Vereinten Nationen wurde. Und dies ist nur ein kleiner Teil dessen, was die Sowjetunion und ihr Volk für den Wiederaufbau Polens nach dem Krieg getan haben“, so Sacharowa weiter.

    Morawiecki behaupte weiter, dass die Rote Armee im Grunde genommen Warschau „nicht befreit“ habe, was eine weitere „schreckliche Lüge“ sei, schrieb sie.

    „Ja, genau das steht darin: ͵Die Sowjetunion hat Warschau nicht befreit, wie die russischen Behörden jetzt behaupten. Die Rote Armee hat die Qual von Warschau still beobachtet.΄ Und das trotz Dutzenden von Monographien und wissenschaftlichen Arbeiten, die auf Dokumenten und Augenzeugenberichten basieren, die die Heldentat der sowjetischen Soldaten in der Geschichte festgehalten haben! Aber auch das ist nicht die ganze Gemeinheit. Jenseits der Grenze zwischen Gut und Böse ist der Satz: ͵Und obwohl die Rote Armee später Auschwitz wirklich befreit hat, hätte das Konzentrationslager ein halbes Jahr früher befreit werden können΄“, betonte die Sprecherin des russischen Außenministeriums.

    In seinem Artikel warf Morawiecki Russland vor, dass es versuche, die Geschichte zu fälschen, und behauptete, das Konzentrationslager Auschwitz hätte ein halbes Jahr früher befreit werden können, aber die sowjetische Armee sei 200 Kilometer von Auschwitz entfernt stehengeblieben, so dass der Angriff verzögert worden sei.

    Ein Denkmal an die polnischen und sowjetischen Soldaten in Warschau (Archivbild)
    © Sputnik / Alexey Witwizki / Archiv

    Russische Politik reagiert auf Vorwürfe

    Die russischen Behörden hatten wiederholt erklärt, dass einige europäische Länder versuchen würden, die Geschichte neuzuschreiben. Der Präsident Russlands, Wladimir Putin, sagte Mitte Dezember, dass diese, darunter Polen, eine Verschwörung mit Nazideutschland angezettelt hätten, und dass Russland über die entsprechenden Unterlagen verfüge. Russische Politiker vertreten die Ansicht, Europa sei nicht bereit, diesen Teil seiner Geschichte anzuerkennen.

    Laut Valentina Matwijenko, der Vorsitzenden des russischen Oberhauses, kann eine solche Tatsache nicht ignoriert werden. 

    „Die Versuche, unser Land im Hinblick auf den Ausgang des Zweiten Weltkrieges und die Ursachen des Zweiten Weltkrieges zu diffamieren, und die Versuche, diese Lüge zu nutzen, um die Position Russlands auf der internationalen Bühne heute zu schwächen, werden fortgesetzt“, erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag.

    pd/sb/sna/

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    Tags:
    Versuch, Rote Armee, Valentina Matwijenko, Wladimir Putin, Fälschung, Geschichte, UdSSR, Polen