02:59 13 August 2020
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel hält am Donnerstag eine Rede bei der jährlichen Tagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Vor allem die Klimapolitik soll dabei thematisiert werden.

    Das Weltwirtschaftsforum hat am 21. Januar in Davos begonnen. Das Jahrestreffen zieht die wirtschaftliche und politische Elite aus der ganzen Welt an, in dessen Rahmen unter dem Motto „Stakeholder für eine kohärente und nachhaltige Welt“ über globale Themen diskutiert wird.

    Sprachlosigkeit überwinden

    Kanzlerin Angela Merkel hat vor gesellschaftlichen Konflikten im Kampf gegen die Erderwärmung gewarnt. Es gebe eine "Sprachlosigkeit" zwischen Menschen, die den Klimawandel leugneten und denjenigen, für die Klimaschutz höchste Dringlichkeit habe. Dies mache ihr Sorgen. Diese "Sprachlosigkeit" müsse überwunden werden durch mehr Dialog. Dabei konkurrierten Fakten mit Emotionen.

    Merkel sagte zudem, die "Ungeduld der Jugend" müsse positiv und konstruktiv aufgenommen werden. Die Jugend habe einen ganz anderen Lebenshorizont. "Deswegen sind wir zum Handeln aufgefordert."

    Das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu wirtschaften, sei ein riesiger Kraftakt. Produktionsprozesse etwa in der Stahlindustrie müssten völlig umgestellt werden. Dabei werde "grüner" Wasserstoff eine große spielen. Dieser könne außerhalb Europas besser erzeugt werden.

    Die Kanzlerin verwies darauf, dass Deutschland aus der Kernenergie aussteigt und bis spätestens 2038 aus der Kohleverstromung - und "wenn möglich" bis 2035.

    Mit China enger bei Klimaschutz zusammenarbeiten

    Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht in einer Zusammenarbeit mit China beim Klimaschutz große Chancen. Dies sei eines der großen Themen auch beim geplanten EU-China-Gipfel im September in Deutschland, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos. China führe ein Emissionshandelssystem ein, dies könne mit dem europäischen System verknüpft werden. Neben Klimaschutz gehe es mit China auch um ein Abkommen zum Investitionsschutz. Ob ein solches gelinge, sei aber nicht sicher.

    China sei auch in Afrika sehr aktiv, sagte Merkel. Die EU und China könnten gemeinsame Maßstäbe finden, damit sich afrikanische Länder selbst entwickeln könnten. Neben der Zusammenarbeit mit China solle eine engere Kooperation mit Afrika eine der Schwerpunkte der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 sein.

    Weitere 600 Millionen Euro für Impfallianz Gavi

    Merkel hat zugesagt, dass Deutschland weitere 600 Millionen Euro für die globale Impfallianz Gavi zur Verfügung stellt. Mit dem Geld sollten bis 2025 Krankheiten zu bekämpft und das medizinische System verbessert werden. Damit bringe man den Empfängerländern Stabilität. Zugleich müsse aber auch die Sicherheit in Krisenländern wie Syrien, dem Irak oder der afrikanischen Sahelzone garantiert werden.

    "Denn ohne Sicherheit keine Entwicklung. Und ohne Entwicklung gibt es mit Sicherheit auch keine Sicherheit", sagte Merkel.

    Deutschland hatte der Impfallianz schon für den Zeitraum 2016 bis 2020 insgesamt 600 Millionen Euro zugesagt. Gavi hatte Deutschland um eine Erhöhung der Gelder für den weltweiten Gesundheitsschutz auf 700 Millionen Euro gebeten. Mit dem Geld solle der Schutz von Kindern und der vereinfachte Zugang zu Impfungen in Entwicklungsländern verstärkt werden, sagte Geschäftsführer Seth Berkley in Berlin.

    Bis Ende 2018 wurden nach Angaben der Impfallianz rund 760 Millionen Kinder als Teil des Programms geimpft und damit langfristig 13 Millionen Leben gerettet. Die Impfraten in den ärmsten Ländern der Welt befinden sich nach Angaben von Gavi nun auf einem Höchststand. Die nächste Finanzierungsrunde findet im kommenden Jahr für die Zeit von 2021 bis 2025 statt. Gavi hofft, in diesem Zeitraum mindestens 9,4 Milliarden US-Dollar (rund 8,5 Milliarden Euro) zur Verfügung zu haben.

    ai/dpa

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