01:15 19 September 2020
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    Im Ausschlussverfahren gegen den umstrittenen Bestseller-Autor Thilo Sarrazin hat die SPD einen erneuten Erfolg errungen: Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vom Donnerstag entschied die Berliner Landesschiedskommission in einem Berufungsverfahren, dass die Partei Sarrazin ausschließen darf.

    Sarrazins Anwälte hatten angekündigt, gegen einen solchen Beschluss vorzugehen und vor die SPD-Bundesschiedskommission zu ziehen.

    Zuvor hatte das Landesschiedsgericht der Berliner SPD den früheren Finanzsenator aus der Partei ausgeschlossen. Bei dieser Entscheidung soll Sarrazins jüngstes Buch „Feindliche Übernahme“ sowie dessen Auftritt auf einer Veranstaltung der FPÖ im Europawahlkampf eine besondere Rolle gespielt haben.

    Sarrazin selbst war davon ausgegangen, dass sein von der SPD-Spitze wegen umstrittener Thesen zum Islam betriebener Rauswurf aus der Partei scheitern würde. „Ich habe wissenschaftliche Sachbücher geschrieben“, sagte der 74-Jährige am 10. Januar der dpa. Bisher habe niemand aus der SPD-Führung belegen können, was daran sachlich falsch sei.

    Kritik an Sarrazin

    Thilo Sarrazin ist vor allem wegen migrationskritischer Äußerungen in seinen Büchern umstritten. So sprach er mit Blick auf muslimische Zuwanderer schon 2009 von Menschen, „die ständig neue Kopftuchmädchen produzieren”. 2018 schrieb er, die „religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime” und deren steigende Geburtenzahlen gefährdeten die offene Gesellschaft, Demokratie und den Wohlstand hierzulande. Integration sei kaum möglich.

    ta/dpa

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