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    Weißrussland verzichtet laut seinem Präsidenten Alexander Lukaschenko nicht auf russisches Öl, beabsichtigt jedoch, alternative Lieferrouten zu testen.

    „Wir haben begonnen, diese Routen zu testen. Wir wollen sehen, was daraus wird, welche Verluste wir im Vergleich zum aktuellen Preis für russisches Öl tragen werden. Dies ist kein Bluff, es ist nicht so, wie sie es behaupten, dass Lukaschenko die Rate vor den Verhandlungen heraufsetzt. Das sind keine Raten. Wir sehen einfach, was wir erhalten werden und wie viel wir verlieren werden“, zitiert die Nachrichtenagentur Belta am Freitag Lukaschenko.

    Gleichzeitig betonte der weißrussische Präsident, dass Minsk auf die Öllieferungen aus Russland nicht verzichte:

    „Wir verzichten nicht auf russisches Öl. Auf diese Weise (durch die Suche nach alternative Routen – Anm.d.Red.) werden die Lieferungen diversifiziert. Das heißt, wir werden das Öl nicht aus einem Land von einem Monopol erhalten“, sagte Lukaschenko.

    Ihm zufolge verhandelt das Land bereits über den Kauf von Öl mit den USA, Saudi-Arabien sowie den Vereinten Arabischen Emiraten (VAE).

    „Sie sagen, sie würden so viel Öl wie erfordelich liefern. Dies ist natürlich ein Weltmarktpreis. Aber die Qualität des Öls ist dort besser“, unterstrich Lukaschenko.

    Russisch-weißrussischer Ölstreit

    Vor einigen Jahren hatte Weißrussland Öl und Ölprodukte in Russland wegen fehlender Ausfuhrzölle zu vergünstigten Preisen bezogen und es über die Grenzen der Zollunion getarnt als Lösungsmittel reexportiert. Dabei bekam der russische Haushalt aus ihrem Verkauf keine Exportzölle, weil Lösungsmittel im Gegensatz zu Öl und Ölprodukten nicht unter das entsprechende Abkommen fielen.

    Vereinbarungsgemäß kauft Weißrussland seit 2017 jährlich rund 24 Millionen Tonnen russisches Öl. In Wirklichkeit bezieht Minsk nur 18 Millionen Tonnen für den Eigenbedarf, der Rest wird reexportiert und die Ausfuhrzölle kassiert der weißrussische Haushalt.

    Dieses Schema wurde gestoppt, nachdem Russland sein Steuermanöver in der Ölbranche abgeschlossen hat. Demnach sollen die Ausfuhrzölle schrittweise durch die Fördersteuer ersetzt werden, was russisches Öl für Weißrussland teurer macht. Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko bezifferte die Gesamtverluste seines Landes infolge des russischen Steuermanövers mit 10,5 Milliarden US-Dollar.

    Die von Weißrussland geforderte Entschädigung wurde von Russland abgelehnt. „Das Steuermanöver ist eine innere Angelegenheit Russlands. Minsk sollte eine gegenseitig vorteilhafte Politik betreiben, um künftig mit russischen Subventionen zu rechnen“, betonte Finanzminister Siluanow.

    sm.

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