15:02 23 Oktober 2020
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    Die Vereinigten Staaten blockieren nach iranischen Angaben den internationalen Zugang zu Servern der iranischen Nachrichtenagentur Fars. Der Zugang sei „seit ein paar Stunden“ gesperrt, berichtete ein Fars-Sprecher am Samstag.

    Fars sei per E-Mail mitgeteilt worden, dass die Kontrollbehörde des US-Finanzministeriums OFAC die Agentur in die Sanktionsliste aufgenommen und den Zugang gesperrt habe, hieß es. Die IT-Abteilung der Fars arbeite daran, den Zugang zur Agentur über einige Wege wieder zu ermöglichen. Auf Twitter konnte Fars am Samstag zunächst weiter senden. 

    Die 2005 gegründete Nachrichtenagentur Fars bezeichnet sich zwar als unabhängig, hat aber Verbindung zu den iranischen Revolutionsgarden. Seit 2013 ist Fars auch die Nachrichtenquelle für iranische Oppositionsgruppen, die gegen die moderate Politik von Präsident Hassan Rohanis Regierung und besonders gegen das Wiener Atomabkommen von 2015 sind.

    Russland baut vor  

    Nicht ganz unbegründet erscheint vor diesem Hintergrund die Sorge der russischen Regierung vor einer Sperre des Internetzugangs durch ausländische Mächte. Das sowohl im Ausland auch im Inland kritisierte russische „Gesetz über das souveräne Internet“ zielt nach Angaben seiner Autoren gerade darauf ab, das Runet vor Blockaden wie im Fall der iranischen Nachrichtenagentur Fars zu schützen und seine Stabilität auch bei einem Ausfall oder einer Attacke aus dem Ausland sicherzustellen.

    Das im vergangenen Jahr verabschiedete Gesetz sieht Mechanismen vor, die im Fall der Fälle ein Abkoppeln des russischen Internets vom restlichen Netz und dadurch sein weiteres Funktionieren im Inland ermöglichen sollen, wenn der Zugang zu den Root-Servern in den USA und anderen westlichen Staaten gesperrt werden sollte.

    Konfrontation mit USA

    Nach ihrem Ausstieg aus dem international ausgehandelten Atomabkommen im Mai 2018 setzen die USA den Iran mit Sanktionen zunehmend unter Druck, um das Land zu Zugeständnissen bei seinem Atomprogramm zu zwingen. Die Sanktionen lösten bereits eine Wirtschaftskrise und blutige Proteste im Iran aus.

    In der Nacht zum 3. Januar ließ US-Präsident Donald Trump den iranischen Topgeneral Qassem Soleimani durch einen Drohnenangriff nahe dem Flughafen Bagdad ermorden. Das Attentat sorgte für neue Spannungen. Als Vergeltung griff das iranische Militär von US-Soldaten genutzte Militärbasen im benachbarten Irak mit Raketen an. Daraufhin verhängten die USA neue Sanktionen gegen die iranische Wirtschaft.

    leo/ae/dpa

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    Tags:
    Sanktionen, Sperre, Blockade, Internet, Nachrichtenagentur FARS, USA, Iran