14:37 22 Oktober 2020
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    Die einst einflussreiche Tante des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Kyong Hui, ist erstmals seit mehr als sechs Jahren wieder in der Öffentlichkeit aufgetreten. Nach dem Tod ihres Mannes hatten Gerüchte kursiert, dass Kim Kyong Hui das gleiche Schicksal ereilt haben könnte.

    Die Staatsagentur KCNA veröffentlichte am Sonntag Bilder, die die 73-Jährige neben dem Machthaber und seiner Frau, Ri Sol Ju, bei einem Konzertbesuch am Samstag im Samjiyon-Theater in Pjöngjang zeigen. Kim Kyong Hui ist die Witwe des einst mächtigen Onkels von Kim Jong Un, Jang Song Thaek, der im Dezember 2013 hingerichtet wurde.

    In den nordkoreanischen Medienberichten hieß es lediglich, Kim Kyong Hui sei im Publikum gewesen. Details wurden nicht genannt. Die jüngere Schwester des Ende 2011 verstorbenen Vaters von Kim Jong Un, Kim Jong Il, hatte früher eine Reihe hoher Posten bekleidet.

    Der Tod ihres Mannes hatte Spekulationen ausgelöst, dass auch Kim Kyong Hui in Ungnade gefallen sein und ein ähnliches Schicksal erlitten haben könnte. Der südkoreanische Geheimdienst bezeichnete jedoch im Mai 2015 Berichte des US-Nachrichtensenders CNN als haltlos, wonach Kim Jong Un seine Tante habe vergiften lassen.

    Von Selbstmord bis Flucht: Gerüchte um Kim Kyong Hui

    Jang Song Thaek war das bisher prominenteste Opfer einer solchen „Säuberung“ durch das stalinistische Regime unter Kim Jong Un. Dem einst zweitmächtigsten Mann hinter Kim wurde Hochverrat vorgeworfen. Nordkorea bestätigte damals in seltener Offenheit seine Hinrichtung. Kim Kyong Hui war nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap seitdem nicht mehr in der Öffentlichkeit erschienen. Südkoreas Geheimdienst habe im August 2017 dem Parlament in Seoul gesagt, dass sie nahe Pjöngjang wegen Diabetes behandelt werde.

    Es gab ferner Gerüchte, dass die Tante des nordkoreanischen Machthabers im Koma liege, Selbstmord begangen habe oder nach Europa ausgereist sei. Dass Nordkoreas Staatsfernsehen alle Bilder mit Kim Kyong Hui zuerst aus den älteren Dokumentationen weggeschnitten hatte, gab diesen Spekulationen Nahrung.   

    Zuletzt hatte sich Kim Kyong Hui, die laut den Staatsmedien den Dienstgrad des Generals besitzt, im Jahr 2013 in der Öffentlichkeit gezeigt – während Feierlichkeiten zum 65. Jahrestag der Gründung der Demokratischen Volksrepublik Korea, wie Nordkorea amtlich heißt.

    leo/ae/dpa/sna

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    Öffentlichkeit, Gerüchte, Tod, Pjöngjang, Nordkorea, Ri Sol Ju, Kim Jong Un, Kim Jong-un