18:25 19 Februar 2020
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    US-Präsident Donald Trump hat dem iranischen Außenminister Dschawad Sarif offenbar in Bezug auf dessen Interview mit „Dem Spiegel“ vorgeworfen, Vorbedingungen für Gespräche zwischen Washington und Teheran zu stellen. Sarif hat diese Vorwürfe entschieden zurückgewiesen.

    Trump hatte zuvor unter Verweis auf den TV-Sender via Twitter geschrieben, der iranische Außenminister stelle Verhandlungen mit den USA in Aussicht, wolle aber die Aufhebung von Sanktionen. „Nein, Danke“, twitterte er und wiederholte die Mitteilung auf Farsi.

    ​Sarif reagierte am Sonntag ebenfalls auf Twitter und äußerte, Trump solle sich bei seinen Außenpolitischen Kommentaren und Entscheidungen lieber auf Fakten verlassen als auf Schlagzeilen des US-Fernsehsenders Fox News oder auf seine Farsi-Übersetzer.

    ​Der iranische Außenminister ergänzte seinen Tweet mit einem Auszug aus der englischen Version seines Interviews mit „Dem Spiegel”.

    Darin hatte Sarif erklärt, er schließe Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten nicht aus. Trumps Regierung könne die Sanktionen gegen den Iran aufheben und an den Verhandlungstisch zurückkehren, so der iranische Minister. Teheran schließe auch nach der Ermordung von General Qassem Soleimani Verhandlungen mit Washington nicht aus, wenn die USA ihren Kurs ändern und die Sanktionen aufheben würden.

    „Wir sind immer noch am Verhandlungstisch. Sie sind diejenigen, die gegangen sind“, zitiert ihn „Der Spiegel“.

    Am Freitag hatte Sarif via Kurznachrichtendienst geäußert, Teheran stelle keine Vorbedingungen für einen Dialog mit Washington.

    ​Zugespitzte Beziehungen zwischen Washington und Teheran

    Die Beziehungen zwischen dem Iran und den USA sind in letzter Zeit besonders außergewöhnlichen Strapazen ausgesetzt worden. Am 3. Januar waren der Kommandeur der iranischen Al-Quds-Spezialeinheit, General Qassem Soleimani, sowie der Gründer der „Kataib Hisbollah“, Abu Mahdi al-Muhandis, bei einem US-Luftangriff im Raum des internationalen Flughafens Bagdad ermordet worden. Als Reaktion feuerte Teheran Boden-Boden-Raketen gegen irakische Militärbasen ab, wo US-Truppen stationiert sind.

    Im Mai 2019 waren die USA 2018 aus dem Atomabkommen mit der Islamischen Republik einseitig ausgestiegen und wieder Sanktionen gegen Teheran verhängt worden. Der Iran zieht sich seit Mai 2019 selbst schrittweise aus der Vereinbarung zurück, die als Gegenleistung für eine Beschränkung des iranischen Atomprogramms eine Lockerung der Sanktionen vorsieht.

    asch/ae/sna/rtr

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    Mohammad Javad Zarif, Mohammed Dschawad Sarif, Mohammed Dschwad Sarif, Beziehungen, Atomabkommen, Gespräche, Verhandlungen, US-Sanktionen, Sanktionen, Atomprogramm, Iran, Donald Trump Jr, USA