00:57 28 Februar 2020
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    Im Jüdischen Museum in Moskau hat der Botschafter der BRD, Géza Andreas von Geyr, die Verdienste der Sowjetunion bei der Befreiung vom Hitlerfaschismus gewürdigt.

    Es seien Soldaten aus der ganzen Sowjetunion gewesen, die 1945 das deutsche Konzentrationslager Auschwitz befreit hätten. Zugleich erinnerte der Diplomat an die Opfer der Blockade von Leningrad.

    Am Holocaust-Gedenktag erinnerte der deutsche Botschafter im Beisein von Rabbinern und weiteren Vertretern der jüdischen Gemeinschaft in Moskau an die Opfer von damals. Die deutschen Verbrechen seien „Verrat an den zivilen Werten“ gewesen, so von Geyr am Montag.

    12 Millionen Euro - Geste aus Deutschland

    Zugleich erinnerte der Diplomat in einem am Montag veröffentlichten Interview an die Leningrader Blockade, mit der die Stadt (heute St. Petersburg) auf Befehl Hitlers ausgehungert werden sollte. Die Blockade, die am 27. Januar 1944 durch die Rote Armee beendet wurde, sei eines der schwersten Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges gewesen, sagte der Botschafter von Geyr der Moskauer Zeitung „Kommersant“.

    Der Kreml und Russlands Außenministerium lobten, dass Deutschland zum 76. Jahrestag des Endes der Blockade zwölf Millionen Euro freigebe für die Unterstützung der Überlebenden von damals. Nur noch wenige Menschen, die die fast 900 Tage lange Blockade der deutschen Wehrmacht überstanden, sind am Leben. Mehr als eine Million Menschen starben.  

    Das Geld fließt zum Beispiel in ein Krankenhaus für Kriegsveteranen. In der Stadt soll auch ein Begegnungszentrum für die Blockadeopfer und für Jugendliche, auch der deutschen Öffentlichkeit, eingerichtet werden. Die Außenminister Deutschlands und Russlands, Heiko Maas und Sergej Lawrow, hatten die freiwillige Geste vor einem Jahr angekündigt. Nun beginne die Umsetzung der Projekte, teilte das russische Außenministerium am Montag mit.

    „Wir sehen in diesem Beschluss einen sichtbaren Beweis für die Anerkennung durch die Bundesregierung Deutschlands der moralischen Verantwortung für die durch Nazis begangenen Verbrechen“, hieß es in der Verlautbarung des russischen Ministeriums.

    Verhandlungen über individuelle Zahlungen an Blockadeopfer gehen weiter

    Die freiwillige Aktion der Bundesregierung Deutschlands würde nicht nur die Qualität der medizinischen Versorgung der noch lebenden Blockadeopfer in Sankt Petersburg erhöhen, sondern man gehe auch davon aus, dass die Geste „auch der historischen Aussöhnung zwischen den Völkern beider Länder … dienen wird“, so der Kommentar der Pressestelle des Außenministeriums Russlands.

    Die Frage nach individuellen Zahlungen an alle noch lebenden Blockadeopfer unabhängig von ihrer Nationalität würde davon allerdings nicht berührt, hieß es weiter in Moskau. Die Verhandlungen zu dieser Frage würden fortgesetzt.

    ba/dpa

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    Tags:
    Géza Andreas von Geyr, Blockade, Holocaust, Zweiter Weltkrieg, Leningrad, Auschwitz