14:36 04 August 2020
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    Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat seinen Antrag auf Immunität vor Strafverfolgung wieder zurückgezogen. Wie er am Dienstag auf Facebook schrieb, habe er dies dem Knesset-Präsidenten Yuli Edelstein mitgeteilt. Netanjahu warf seinen politischen Gegnern ein „schmutziges Spiel“ vor und betonte, er werde alle Korruptionsvorwürfe widerlegen.

    Ohne Immunität ist zu erwarten, dass Netanjahu sich in Kürze einem Korruptionsprozess stellen muss. Das Verfahren könnte möglicherweise sogar noch vor der Wahl am 2. März beginnen.

    Am Dienstagvormittag sollte im Parlament eine Sitzung zu Netanjahus Immunitätsantrag beginnen. Dabei war eine Abstimmung über die Einrichtung eines Knesset-Ausschusses geplant, der über die Immunität des 70-Jährigen entscheiden sollte. Seine Aussichten galten dabei allerdings als sehr schlecht.

    „Zu dieser schicksalhaften Stunde für das israelische Volk, während ich mich auf einer historischen Mission in den USA aufhalte, um die dauerhaften Grenzen Israels festzulegen und Israels Sicherheit in den kommenden Generationen zu gewährleisten, soll in der Knesset eine weitere Zirkusvorstellung beginnen, um mir die Immunität zu entziehen“, schrieb Netanjahu.

    US-Präsident Donald Trump wollte später in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Netanjahu die Grundzüge seines seit Jahren erwarteten Nahost-Plans vorstellen.

    Der Premier steht seit Ende November wegen Korruption als erster amtierender Regierungschef in der Geschichte Israels unter Anklage. Ihm werden Betrug, Bestechlichkeit und Untreue vorgeworfen. Netanjahu bezeichnet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe als politisch motiviert. Anfang Januar stellte er beim Parlament den Antrag auf Immunität. Als Regierungschef müsste er nach den geltenden Gesetzen nur zurücktreten, wenn alle Rechtsmittel gegen eine mögliche Verurteilung ausgeschöpft sind.

    In Israel regiert seit rund einem Jahr ein Übergangskabinett mit Netanjahu an der Spitze, und das Parlament ist nur eingeschränkt handlungsfähig. Nach zwei Parlamentswahlen gelang 2019 wegen einer Pattsituation keine neue Regierungsbildung.

    ls/dpa/mt

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