09:19 22 Februar 2020
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    Eine der größten Zeitungen Spaniens, „ABC“, hat die „Blaue Division“ gelobt, die als Freiwilligenarmee von General Franco während des Zweiten Weltkriegs an dem Krieg gegen die Sowjetunion teilgenommen und deutsche Soldaten bei der Leningrader Blockade unterstützt hatte. Spanische Kämpfer hätten damals „ihre besten Eigenschaften gezeigt“, hieß es.

    „Es besteht jedoch kein Zweifel, dass die Verteidigung der russischen Stadt Krasny Bor nahe Leningrad die gewagteste Tat der ͵Blauen Division΄ war“, schrieb der Journalist Manuel P. Villatoro in seinem Beitrag „Fünf große Schlachten der ͵Blauen Division΄ in der Eishölle während des Zweiten Weltkriegs“ vom 17. Januar.

    „Der 10. Februar 1943. 38 sowjetische Bataillone, unterstützt von 80 Panzern, 150 Artillerie-Batterien und mehreren ͵Stalinorgeln΄, also Raketenwerfern, verließen den Industrievorort Leningrads Kolpino, in dessen Nähe die Einheiten der ͵Blauen Division΄ stationiert waren“, zitiert „ABC“ den Historiker Xavier Moreno Juliá.

    Der Angriff sei so stark gewesen, so der Geschichtsforscher, dass in weniger als vierundzwanzig Stunden 1.125 Spanier getötet, mehr als tausend verletzt und etwa neunzig Menschen vermisst worden seien. Die deutsche Infanterie unter dem Kommando von General Philip Kleffel sei der „Blauen Division“ nur zehn Stunden nach Beginn der Schlacht zu Hilfe gekommen, eine Stunde später als ihre Luftwaffe.

    Hier müssten zwei Angelegenheiten thematisiert werden, kommentiert die russische Zeitung „Wsgljad“. Erstens hätten die Spanier  die russische Stadt vor sowjetischen Truppen „verteidigt“. Zweitens sei die damalige Offensive der Roten Armee Teil der Operation „Polarstern“ gewesen, die zur Aufhebung der Belagerung der Nördlichen Hauptstadt führen sollte. Diese Operation sei damals wegen der Aktionen der spanischen „Blaue Division“ gescheitert, so der Artikelautor.

    Um es anders auszudrücken, rühme sich eine der führenden spanischen Zeitungen, dass Hitlers spanische Helfer es geschafft hatten, die Blockade von Leningrad um fast ein Jahr zu verlängern - ein unmenschliches Kriegsverbrechen, das einen besonderen Platz im nationalen Gedächtnis der russischen Bevölkerung einnehme, hieß es weiter.

    Worauf sind denn solche Artikel zurückzuführen?

    Das Motiv der Rache für die Teilnahme der Sowjetunion am spanischen Bürgerkrieg (1936 bis 1939 – Anm. d. Red.) sei im historischen Bewusstsein einiger rechtskonservativer Staatsbürger noch vorhanden, daher auch solche Artikel, so die Erklärung der Zeitung. 

    Einem weiteren Teil derer, die die „Heldentaten“ der „Blauen Division“ verherrlichen würden, gehe es um das Familiengedächtnis: Man wolle seine Vorfahren zumindest als mutige Menschen betrachten.

    Das sei unangenehm, sehe jedoch völlig anders aus, als die Versuche der Ukraine, Polens, der baltischen Länder und einer Reihe anderer Staaten, die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs zu revidieren und zeitgleich Russland zu dämonisieren, resümierte „Wsgljad“. 

    Was den Journalisten Manuel P. Villatoro anbetrifft, so scheinen die Erinnerrungen an die „Blaue Division“ sein Lieblingsthema zu sein. Ihm zufolge haben die spanischen Gehilfen Adolf Hitlers „ihre besten Eigenschaften“ in den Kämpfen auf dem sowjetischen Territorium gezeigt. 

    „Für die einen sind diese Soldaten Bösewichte, für die anderen Helden, aber eines ist klar: In ihrer Geschichte haben sie ungewöhnliche Taten vollbracht. Zum Beispiel, um das Schlachtfeld zu erreichen, sind sie über Wochen 1000 Kilometer gelaufen. Als sie 1941 an die Front kamen,  beschritten sie einen ungewöhnlichen Weg durch die Schlachtfelder der UdSSR“, schrieb Villatoro.

    pd/mt/

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    Tags:
    Polen, Ukraine, Soldaten, Versuche, Kämpfe, Sowjetunion, Leningrad, Belagerung, Spanien