17:03 17 Februar 2020
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    Der österreichische Energiekonzern OMV, ein Partner des russischen Gazprom-Konzerns im Projekt Nord Stream 2, wirft Europa vor, den Bau der gleichnamigen Pipeline nur unzureichend zu unterstützen. Darüber sprach OMV-Vorstandsvorsitzende Rainer Seele am Dienstag.

    Ihm zufolge seien Milliarden Euro in das Projekt gesteckt worden, dem alle Regulatoren zugestimmt hätten. Dann aber werde das Projekt durch äußere Sanktionen, ohne Besprechung mit Europa, eingestellt.

    Der im Dezember 2019 verabschiedete Verteidigungsetat der USA sieht einschränkende Maßnahmen gegen die am Verlegen der Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligten Unternehmen vor. Aus diesem Grund hat das Schweizerische Unternehmen „Allseas“ die Bauarbeiten für die Rohrleitung gestoppt und auf die weitere Teilnahme am Projekt verzichtet.

    Russland bekundete seinerseits die Absicht, die Gaspipeline selbständig fertigzubauen und im Jahr 2020 in Betrieb zu nehmen. Das russische Außenministerium nannte die von den USA verhängten Sanktionen eine „Verzweiflungsgeste“ bei dem Versuch, das Projekt zu blockieren, das für Russland und Europa vorteilhaft sei. Dies sei ein Beispiel für „eine unfaire Wirtschaftskonkurrenz“, hieß es.

    Das britisch-niederländische Öl- und Gasunternehmen Shell hat im Januar 2020 seine Unterstützung für das Pipelineprojekt bekundet, das es als wichtig für die Energiesicherheit Europas betrachtet.

    Nord Stream 2 soll Gas direkt von Russland über den Meeresgrund der Ostsee bis nach Deutschland liefern. Die meisten EU-Länder unterstützen das Projekt. Die Ukraine, Polen, Lettland, Litauen, Estland und die USA sind dagegen.

    ls/mt 

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    Tags:
    Rainer Seele, Allseas Group, Shell, USA, EU, Gazprom, OMV, Russland, Österreich