15:03 10 August 2020
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    Russland hat dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenski (Wolodymyr Selenskyj) nach dem Holocaust-Gedenken in Polen vom vergangenen Montag eine Beleidigung der Opfer des Zweiten Weltkriegs vorgeworfen.

    Mit seiner Behauptung, die Sowjetunion sei am Beginn des Zweiten Weltkrieges mitverantwortlich gewesen, beleidige Selenski das Andenken an jene, die den Faschismus bekämpften, sagte Präsidentensprecher Dmitri Peskow am Dienstag in Moskau.

    Selenski hatte am Montag in Warschau am Rande der Gedenkfeiern zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau unter anderem gesagt, dass Polen und das polnische Volk als „erste die Folgen des verbrecherischen Komplotts der totalitären Regimes gespürt“ hätten.

    Selenski solidarisiert sich mit Polen

    „Das führte zum Beginn des Zweiten Weltkriegs und erlaubte es den Nazis, das todbringende Pendel des Holocausts in Gang zu setzen (...) Weder Europa noch die übrige Welt dürfen sich heute wie damals im Jahr 1939 in Schweigen hüllen“, sagte Selenski nach einem Treffen mit seinem polnischen Amtskollegen Andrzej Duda. 

    Peskow zufolge bezeichnet der Kreml Selenskis Äußerungen als „völlig inakzeptabel“.

    „Der ukrainische Präsident solidarisiert sich mit der aus unserer Sicht absolut falschen Geschichtsdeutung der polnischen Führung, (…) die für dutzende Millionen Russen und Bürger der GUS-Mitgliedsländer beleidigend ist, deren Eltern, Großeltern und (andere) Angehörige ihr Leben für die Befreiung Europas, darunter auch Polens, vom Faschismus ließen“, betonte Peskow.

    Polen will Kriegsgeschichte neu schreiben

    Polen versucht in letzter Zeit, den Beginn des Zweiten Weltkrieges Russland in die Schuhe zu schieben. Anfang Januar verabschiedete das Parlament in Warschau eine Resolution, in der die Verantwortung der damaligen Sowjetunion und Nazi-Deutschlands für den Kriegsbeginn gleichgesetzt wird.

    Das polnische Außenamt räumte zwar ein, dass die Rote Armee Polen von der Nazi-Herrschaft befreit hatte, aber das Land nie wirklich frei geworden war. Der Chef der Regierungspartei PiS, Jarosław Kaczyński, forderte von Russland, den dem polnischen Staat während des Krieges zugefügten Schaden mit Reparationen zu ersetzen.

    Russische Diplomaten wehren Warschaus Offensive ab

    Als Antwort erinnerten russische Diplomaten die polnische Seite an 600.000 Sowjetsoldaten, die bei der Befreiung Polens ums Leben gekommen waren. Moskau wirft vor allem Warschau immer wieder vor, das Andenken an die sowjetischen Truppen, die Auschwitz und auch Polen von den Faschisten befreiten, in den Schmutz zu ziehen. Die russische Botschaft in Berlin teilte mit, dass Polen es der Sowjetunion zu verdanken habe, heute noch als Staat zu existieren. Dagegen sieht Polen die Sowjetunion, die den Krieg gewann, als Besatzungsmacht.

    Welt-Holocaust-Forum

    Am 27. Januar – am Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee – wurde weltweit der Opfer der menschenverachtenden Politik im Dritten Reich gedacht. In Auschwitz, das als Hauptsymbol des Holocausts gilt, wurden nach jüngsten Erkenntnissen 1941 bis 1945 rund 1,4 Millionen Menschen umgebracht, darunter etwa 1,1 Millionen Juden. 1947 wurde auf dem Gelände des früheren KZ ein Museum eingerichtet, das 1979 auf die UNESCO-Welterbeliste gesetzt wurde.

    am/dpa/ng

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    Tags:
    Fälschung, Geschichte, Beginn, Krieg, Wladimir Selenski, Polen, Russland, Ukraine