06:58 29 November 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    6395
    Abonnieren

    Der Sekretär des Revolutionsrates der FATAH-Bewegung, Fayez Abu Ayta, hat im Gespräch mit Sputnik den von Donald Trump und Benjamin Netanjahu angekündigten Friedensplan zur Lösung des palästinensisch-israelischen Konflikts kommentiert.

    Der Washingtoner „Jahrhundert-Deal“ sei dem extrem rechten Block in Israel zuliebe konzipiert worden, sagte Fayez Abu Ayta. „Deshalb haben wir nicht nur unsere kategorische Ablehnung gegen die Bestimmungen des Planes geäußert, sondern wir werden auch seine Verabschiedung auf jede Weise behindern – im Rahmen des legitimen Kampfes des palästinensischen Volkes für sein Land mit der Hauptstadt in Jerusalem“, so der Palästinenser-Vertreter.

    „Diese Stadt war, ist und bleibt unsere rote Linie. Die Rechte eines ganzen Volkes dürfen nicht missachtet werden: Dies widerspricht dem Völkerrecht. Wir hoffen darauf, dass alle arabischen Länder eine einheitliche und klare Position gegen den ‚Jahrhundert-Deal‘ ausarbeiten werden“, so Fayez Abu Ayta.

    Ihm zufolge haben sich etliche arabische Staatschefs bereits mit Präsident (Mahmud) Abbas in Verbindung gesetzt und ihm ihre Unterstützung zugesagt.

    „Wir bitten andere arabische Staaten um nichts außer Solidarität und Unterstützung für die Ideen der arabischen Friedensinitiative. Sollte eines der arabischen Länder Trumps Plan akzeptieren, würde dies ein regelrechter Stoß in den Rücken des palästinensischen Volkes sein.“

    Laut dem israelischen Politologen und Ex-Diplomaten Meir Cohen ist es klar gewesen, dass die palästinensische Seite die Bedingungen des „Jahrhundert-Deals“ ablehnen werde. „Die Palästinenser hatten auch früher solche Vorschläge abgelehnt – selbst wenn ihnen 97 Prozent der Gebiete im Westjordanland oder der Zugang zu den Grenzen von 1967 im Austausch gegen Territorien angeboten wurden.“

    „Wir verstehen auch, dass die Palästinenser eine eigene Auffassung zur entstandenen Situation haben. Das Problem wird dadurch kompliziert, dass ein ziemlich großer Teil der Bevölkerung des Gazastreifens ein Recht Israels auf Existenz abspricht und die Hamas-Bewegung und den ‚Islamischen Dschihad‘ unterstützt“, betonte Cohen.

    Aus diesem Grund sei es schwer, auch nur geringe Einigung mit der palästinensischen Seite zu erzielen. Er glaube nicht, dass irgendeine palästinensische Führungsperson in absehbarer Zukunft ein Friedensabkommen mit Israel erzielen würde. Denn in einem solchen Fall würde dieser Person sofort Verrat angelastet.

    Cohen gab zu, dass Trumps Plan nicht ideal sei. Denn er sei ohne Beteiligung Palästinas ausgearbeitet worden, obwohl dessen Position hätte berücksichtigt werden können. Das Problem bestehe nicht nur darin, dass Israel die Oberhoheit über das Westjordanland oder das Jordantal gewährt werden solle. Palästina hätte ebenfalls gewisse Vorteile bekommen können, wenn es nicht seine Teilnahme daran verweigert hätte.

    Der Experte schloss aus, dass die Araber eine einheitliche Haltung gegenüber dem „Deal“ ausarbeiten könnten. Die Länder, in denen sich die meisten palästinensischen Flüchtlinge aufhielten, seien gegen den Plan aufgetreten. „Man kann nicht sagen, dass der ‚Jahrhundert-Deal‘ wegen einer unversöhnlichen Position Palästinas scheitern würde“, sagte Cohen. Wie er glaube, könnten einige einflussreiche arabische Staaten Druck ausüben und erwirken, dass diese Entscheidung zustande komme. Das Abkommen sehe dazu auch noch Investitionen in Höhe von rund 50 Milliarden Dollar in die palästinensische Wirtschaft vor, was es ermöglichen würde, der Bevölkerung Arbeitsplätze zu vermitteln.

    Palästina könnte auf diese Weise ohne fremde Hilfe und ohne immer neue Anleihen auskommen. Doch im Endergebnis werde gerade das palästinensische Volk für die Verbohrtheit seiner Führung zahlen müssen, schlussfolgerte der Experte.

    ls/mt

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    MDR rätselt über „russischen Osten“ - Ostdeutscher kommentiert: „Das Sagen haben leider die ...“
    Mord an iranischem Atomphysiker: US-Geheimdienst hält Israel für schuldig — NYT
    Streit um Bundeswehreinsatz gegen türkisches Schiff: EU-Geheimdokument bringt neue Details ans Licht
    Norwegen begeistert von Russlands ökologischem „Weihnachtsgeschenk“
    Tags:
    Islamischer Dschihad, Hamas, Mahmud Abbas, Benjamin Netanjahu, Donald Trump, Palästina, Israel, USA