08:29 25 Februar 2020
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    Immer mehr Politiker im Bundestag sprechen sich für den 8. Mai als Feiertag aus. In Berlin wird der Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in diesem Jahr einmalig als Feiertag begangen. Nun erreicht die Diskussion den Bundestag.

    Die Spitzen der deutschen Politik werden am 8. Mai bei einem Staatsakt des 75. Jahrestags des Kriegsendes und der Befreiung vom Nationalsozialismus 1945 gedenken. Dies habe Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Abstimmung mit Kanzlerin Angela Merkel angeordnet, sagte eine Sprecherin des Bundespräsidenten am Dienstag in Berlin. Damit wird die Staatsspitze einschließlich der Präsidenten von Bundestag, Bundesrat und Bundesverfassungsgericht bei einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung in Berlin an das Ende des von Hitler-Deutschland entfesselten Zweiten Weltkriegs mit mindestens 55 Millionen Toten erinnern. Steinmeier wird dabei eine Rede halten.

    8. Mai oder 9. November?

    Parallel dazu gibt es eine Diskussion darüber, ob der 8. Mai zu einem bundesweiten gesetzlichen Feiertag erklärt werden soll. Politiker von Grünen und Linken sprachen sich im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland dafür aus. Andere befürworten zwar, der Erinnerung einen arbeitsfreien Tag zu widmen, halten neben dem 8. Mai aber auch andere Jahrestage für geeignet. Vorgeschlagen wurden etwa der Tag der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar oder das Datum der Ausrufung der Weimarer Republik, der Pogromnacht 1938 und des Mauerfalls am 9. November.

    Auschwitz-Überlebende schreibt an Bundespräsident und Kanzlerin

    Die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano hatte am Montag einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geschrieben, in dem sie sich dafür aussprach, den 8. Mai zu einem gesetzlichen Feiertag zu erklären. Daraufhin äußerten sich führende Bundestagsabgeordnete verschiedener Parteien positiv zu dem Vorschlag.

    „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung, der das demokratische Deutschland erst möglich machte“,

    sagte etwa Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). „Der 8. Mai als Feiertag mahnt uns, die deutschen Verbrechen nicht zu relativieren – und wäre ein bleibender ‚Pflock‘ in der deutschen Erinnerungskultur“, sagte Göring-Eckardt.

    8. Mai – seit Jahren auf der Agenda der Linken

    Die Linke setzen sich seit Jahren für die Einführung des 8. Mai als Feiertag ein. Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch sagte dem RND-Netzwerk: „Die Befreiung vom Hitler-Faschismus und das Ende des Zweiten Weltkrieges – die bedingungslose Kapitulation – bilden die Grundlage des demokratischen Deutschlands.“

    ​Die Linke-Parteivorsitzende Katja Kipping sprach sich ebenfalls gegenüber dem RDN für den 8. Mai als bundesweiten arbeitsfreien Tag aus: „Ob der Tag zum ausgelassenen Feiern, zum stillen Gedenken oder zum Besuch einer Gedenkstätte genutzt wird, hängt dann von jedes Einzelnen Familiengeschichte und den jeweiligen persönlichen Verbindungen zu diesem Tag ab“, sagte sie.

    Europaweiter Feiertag?

    FDP-Fraktionsvize Michael Theurer ging sogar noch einen Schritt weiter und schlug vor, den 8. Mai als „zentralen Tag in der europäischen Geschichte“ daher „am besten europaweit“ zum Feiertag zu machen. Der 8. Mai ist beispielsweise in Frankreich und Tschechien gesetzlicher Feiertag. In der DDR wurde der 8. Mai als „Tag der Befreiung“ begangen. In Russland feiert man den 9. Mai als „Tag des Sieges“.

    Im Land Berlin ist der 8. Mai nur in diesem Jahr einmalig Feiertag anlässlich des 75. Jahrestages der Kapitulation der Wehrmacht. Bei einer Abstimmung im Berliner Senat konnten sich die Berliner Linken im vergangenen Jahr mit Ihrem Antrag, den 8. Mai zum regulären Feiertag in Berlin zu machen, nicht durchsetzen. Stattdessen wurde der 8. März als Frauentag zum jährlichen gesetzlichen Feiertag in Berlin bestimmt.

    as/dpa

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