12:03 03 August 2020
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    Großbritannien hat knapp dreieinhalb Jahre nach dem Referendum im Jahr 2016 die Europäische Union verlassen. Das Land war 47 Jahre lang EU-Mitglied. Mit dem Brexit trat am Freitag um 24.00 Uhr (MEZ) erstmals in der Geschichte der EU ein Mitgliedsland aus der Staatengemeinschaft aus.

    Kurz vor dem EU-Austritt hatte der britische Premierminister Boris Johnson betont, dass der Weg, der vor Großbritannien liege, vielleicht holprig sei. Der Austritt biete dafür aber die Chance auf „erstaunliche Erfolge”. Der Brexit sei kein Ende, sondern ein Anfang: „Es ist ein Moment der echten nationalen Erneuerung und des Wandels.” Seine Aufgabe sei es nun, das Land zu einen und voranzubringen. Die Lebenschancen der Menschen sollten nicht davon abhängen, in welchem Teil des Landes man aufwachse. Das werde nicht mehr akzeptiert.

    Im Jahr 2016 hatte eine knappe Mehrheit (51,9 Prozent) der Briten für die Scheidung von der Staatengemeinschaft gestimmt. Das Land ist in der Brexit-Frage sehr gespalten: Jüngsten Umfragen zufolge lehnen 53 Prozent der britischen Wähler den EU-Austritt inzwischen ab.

    Übergangsphase

    Auch wenn Johnson den Brexit am liebsten nun beiseiteschieben will, wird das Thema auch in diesem Jahr weiter die Schlagzeilen in Großbritannien bestimmen. Bis zum 31. Dezember bleibt das Land noch in einer Übergangsphase, in der sich so gut wie nichts ändert, außer dass Großbritannien nicht mehr repräsentiert sein wird in Brüssel. Währenddessen müssen sich beide Seiten über ein Anschlussabkommen einig werden, sonst drohen schwere Konsequenzen für den Handel und weitere Bereiche. Doch die Zeit gilt dafür als äußert knapp und die Vorstellungen auf beiden Seiten klaffen weit auseinander.

    Seine Verhandlungsziele für die künftigen Beziehungen will Johnson britischen Medien zufolge nächste Woche vorstellen. Souveränität sei wichtiger als reibungsloser Handel, will er nach einem Bericht des "Telegraph" in einer Rede als Leitlinie ausgeben. Der Bruch zwischen London und Brüssel soll viel klarer ausfallen als unter Johnsons Vorgängerin Theresa May geplant. Er will sein Land von der Anbindung an EU-Regeln frei machen und die Verbindungen weitgehend kappen.

    ta/

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    Tags:
    EU, Brexit