11:44 24 Oktober 2020
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    Polens Ex-Präsident Lech Walesa glaubt nicht, dass sein Land Anspruch auf Entschädigungen von Russland für die Zeit des Zweiten Weltkrieges hat. Damit widerspricht der 76-jährige Friedensnobelpreisträger dem polnischen Vizeaußenminister Pawel Jablonski.

    Jablonski hatte im Januar dem „Radio Zet“ gesagt, dass Polen durchaus das Recht habe, von Russland einen Schadenersatz für den Zweiten Weltkrieg zu fordern.

    Für Walesa wäre das keine kluge Entscheidung:

    Es ist, als wenn ich fordern würde, mir meine jungen Jahre zurückzugeben. Doch die sind vorbei. Man muss nach vorn blicken. Da ist wichtig“, sagte der polnische Altpräsident in einem Interview mit der russischen Zeitung „Sobesednik“.

    Nach Ansicht des polnischen Ex-Staatschefs sollten Russland und Polen einen Dialog in Gang setzen, um ihre Beziehungen zu verbessern.

    „Wenn man miteinander redet, kann man Probleme besprechen und Lösungen finden“

    Laut Walesa haben die beiden Staaten es verdient, „miteinander in Frieden und Freundschaft zu leben“. Die Beziehungen müssten wieder verbessert werden.

    „Wenn wir uns streiten, gewinnen Dritte. Für Warschau ist es immer näher bis nach Moskau als bis nach Washington gewesen.“

    Er selbst würde gerne zu den anstehenden Feierlichkeiten am 9. Mai in Moskau anlässlich des 75. Jahrestags des Sieges im Zweiten Weltkrieg reisen. Nur habe er keine Einladung“, sagte Walesa.

    Der polnische Sejm hatte am 9. Januar eine Resolution verabschiedet, die die Sowjetunion zusammen mit Hitlerdeutschland für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mitverantwortlich macht. Das Vorgehen der „zwei damaligen totalitären Mächte“ habe zum Ausbruch des Krieges geführt, so das Papier. Polen und andere Staaten Mittel- und Osteuropas wären nach dem Molotow-Ribbentrop-Pakt die „ersten Opfer“ gewesen.

    leo/ae

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    Tags:
    Zweiter Weltkrieg, Forderungen, Kriegsreparationen, Reparationen, Lech Walesa, Russland, Polen