10:52 05 August 2020
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    Es ist kein gutes Zeugnis, das Willy Wimmer (CDU) den beiden scheidenden Frauen an der Spitze seiner Partei ausstellt. Um die Christdemokraten aus ihrem Tief zu ziehen, brauche es nun einen starken Mann an der Spitze, der seine Führungsqualitäten bereits unter Beweis gestellt habe.

    Für den ehemaligen parlamentarischen Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Willy Wimmer (CDU), geht die Entscheidung von Annegret Kramp-Karrenbauer, den Parteivorsitz aufzugeben und auf eine Kanzlerkandidatur zu verzichten, nicht weit genug. Er sagt:

    „Es ist völlig unzulänglich, zu sagen: Ich trete unter Bedingungen zurück. Der Rücktritt muss komplett erfolgen, und zwar jetzt! Auch in ihrer Funktion als Verteidigungsministerin.“

    Es sei den Soldatinnen und Soldaten und den zivilen Mitarbeitern des Verteidigungsministeriums und der Bundeswehr nicht zuzumuten, von jemandem geführt zu werden, der in einer anderen zentralen Funktion so krachend gescheitert wie, wie man das für Frau Kramp-Karrenbauer sagen müsse. AKK habe in Erfurt nichts zustande bringen können, weil die unterschiedlichen Züge zwischen Ost und West so diametral aufeinanderprallten, dass Lösungen überhaupt nicht mehr möglich seien.

    „Wenn ich Mehrheitsverhältnisse wie in Erfurt habe, dann kann ich dem Osten keine dem Westen angenehme Lösung aufzwingen. Die Leute in Erfurt, Dresden und anderswo in den neuen Ländern sind diese endlose, ätzende Bevormundung durch westdeutsche Interessen schlichtweg leid“, so Wimmer.

    Als zentrale Ursache für das heutige Stimmungsbild im Land und auch für das Wahlergebnis in Thüringen sieht der CDU-Politiker die Entscheidung der Bundeskanzlerin vom September 2015, angesichts der Flüchtlingskrise die Grenzen zu öffnen. Für Wimmer hat sich Merkel damit über das Gesetz gestellt und dem Rechtsstaat großen Schaden zugefügt. Vor diesem Hintergrund sei es für ihn zwingend, dass Merkel und Kramp-Karrenbauer möglichst schnell ihre Ämter niederlegen.

    Konkursverwalter gesucht

    Während in den Medien Namen wie Friedrich Merz und Jens Spahn für die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer gehandelt werden, steht für Willy Wimmer der am besten geeignete Mann für den Job bereits fest:

    „Ich kann beiden Damen nur raten, NRW-Ministerpräsident Laschet anzurufen und ihm zu sagen: Du sollst Vorsitzender und Bundeskanzler werden. Denn der hat unter Beweis gestellt, dass man einen großen Landesverband, und nicht so ein Zwergkönigtum wie das Saarland oder Mecklenburg-Vorpommern, führen kann. Jetzt kommt es darauf an, dass jemand als Konkursverwalter der Erbschaft dieser beiden Damen auftritt, und das kann nach menschlichem Ermessen nur ein gestandener Ministerpräsident sein.“

    Neben Armin Laschet dürfe man aber auch Markus Söder nicht vergessen.

    „Natürlich, der bayerische Ministerpräsident ist auch ein gestandener Ministerpräsident, den man in diesem Zusammenhang sehen muss. Dann taucht aber die Frage auf, die wir schon bei Franz Josef Strauss diskutiert haben: Kann jemand aus Bayern Kanzlerkandidat werden? Wir haben ja auch im Zusammenhang mit Edmund Stoiber gesehen, wohin das führt. Das sind interne Fragen, wo ich aus meiner Erfahrung nur sagen kann: Die muss man großmütig und mit klarem Bewusstsein für die anstehenden Probleme lösen.“

    Keinen der anderen öffentlich gehandelten Kandidaten hält Wimmer in diesem Zusammenhang für geeignet. Die Situation könne verfahrener nicht sein, und wenn sie nicht im Sinne einer Konkursverwaltung für die Ämter Verteidigungsminister, Parteivorsitz und Bundeskanzler behandelt werde, dann werde man sich bei der nächsten Bundestagswahl über das Schicksal von CDU/CSU keine Gedanken mehr machen müssen – denn diese wären dann nicht mehr zu beachten.

    „Dann wird die Erfurter Situation auf die Situation in Deutschland übertragen, und das dient weder Deutschland, noch CDU/CSU“, prognostiziert Willy Wimmer.   

    Für beinahe zwangsläufig hält das CDU-Urgestein auch das Ende der Großen Koalition.      

    „Durch die Politik von Merkel und AKK haben wir eine Situation im Land bekommen, die man nur so beschreiben kann: Rette sich, wer kann! Unter diesen Umständen habe ich Verständnis dafür, dass jede politische Kraft, die es in Deutschland gibt, sich fragt, ob man nicht die Reißleine ziehen muss. Und die Reißleine bedeutet Ende der Großen Koalition.“
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    Willy Wimmer, Armin Laschet, Parteivorsitz, Angela Merkel, Bundeskanzlerin, Kanzlerin, CDU/CSU, CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer