16:21 29 September 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    27234596
    Abonnieren

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will die syrischen Regierungstruppen bis Ende Februar zum Verlassen der Deeskalationszone in Idlib zwingen. Er drohte außerdem mit Angriffen gegen die syrische Armee auch außerhalb dieser Zone, sollte es zu Attacken auf türkische Soldaten kommen.

    „Wir sind fest entschlossen, die Kräfte des Regimes außerhalb der türkischen Beobachtungspunkte bis Ende Februar zum Abzug zu zwingen", sagte Erdogan am Mittwoch in einer Rede vor der Regierungspartei.

    Ankara werde dazu alles Notwendige in der Luft und am Boden tun.

    „Falls unsere Militärs angegriffen werden, werden wir die Kräfte des Regimes überall schlagen, auch außerhalb der vom Sotschi-Abkommen festgelegten Grenzen“, sagte Erdogan weiter.

    Am Montag hatte das türkische Verteidigungsministerium den Tod von fünf türkischen Soldaten gemeldet, fünf weitere sollen verletzt worden sein. Als Gegenschlag hatten die türkischen Luftstreitkräfte 115 Ziele der syrischen Armee beschossen und 101 syrische Militärs „neutralisiert“. Laut Erdogan geht es momentan um 14 Tote und 45 Verletzte.

    „Das Regime in Idlib, die mit ihm gemeinsam handelnden russischen Streitkräfte sowie die von den Iranern unterstützten Militanten greifen hauptsächlich die Zivilbevölkerung an“, sagte Erdogan. Ihm zufolge werden die Versprechen, auf die sich die Seiten zuvor geeinigt hätten, nicht eingehalten.

    Zuvor hatte Erdogan den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgefordert, den syrischen Staatschef Bashar Assad unter Druck zu setzen, damit die Regierungsarmee ihre Offensive in der Provinz Idlib aufgibt und sich bis Ende Februar von den türkischen Beobachtungsstellen entfernt. Er hatte auch mit einer militärischen Antwort gedroht.

    Weiteres Treffen in Moskau geplant

    Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hat am heutigen Mittwoch einen weiteren Moskau-Besuch in der nächsten Zeit angekündigt. Auf der Tagesordnung wird die Lage in Idlib stehen.

    „Wir arbeiten weiter zusammen. Wir versuchen, eine Waffenruhe zu erzielen. Wenn bei den Verhandlungen mit Russland aber keine Lösung gefunden wird, werden wir nach eigener Wahl handeln“, zitiert der Sender NTV Cavusoglu, der zu Besuch in Albanien weilt.

    Sotschi-Abkommen

    Am 22. Oktober 2019 hatten die Präsidenten Russlands und der Türkei in fast siebenstündigen Verhandlungen in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi ein Memorandum unterzeichnet, das zehn Punkte umfasst. Demnach sollen die russische Militärpolizei und der syrische Grenzdienst beim Abzug der kurdischen Volksmilizen und ihrer Bewaffnung aus der 30 Kilometer breiten Zone an der syrisch-türkischen Grenze Unterstützung geben.

    Hintergrund

    Die türkischen Truppen waren am 9. Oktober in Nordsyrien einmarschiert und hatten die Offensive „Friedensquelle” begonnen. Diese richtet sich gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“* sowie die im Land verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die seit 1984 für eine kurdische Autonomie im Südosten der Türkei kämpft.

    *Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten. 

    om/sb

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Kreml: Erklärung über militärische Unterstützung für Armenien oder Aserbaidschan befeuert Konflikt
    Fall Nawalny: Maas attackiert Russland vor UN-Vollversammlung
    Orban fordert Rücktritt von EU-Kommissarin Jourova
    Türkei bereit, Aserbaidschan auf Kampffeld zu unterstützen – Außenminister
    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Syrien, Türkei