06:58 03 Dezember 2020
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    Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Mittwoch mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan telefoniert, wie der Pressedienst des Kremls mitteilte. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand demnach die Beilegung der Syrien-Krise vor dem Hintergrund der Eskalation in Idlib.

    Die Bedeutung der vollständigen Umsetzung der bestehenden russisch-türkischen Abkommen, darunter des Sotschi-Memorandums vom 17. September 2018, sei zur Kenntnis genommen worden, hieß es. Vor diesem Hintergrund  hätten sich die Parteien auf zusätzliche Verhandlungen zwischen den zuständigen Behörden geeinigt, hieß es.

    Das Gespräch soll von türkischer Seite initiiert worden sein.

    Erdogan erklärte am Mittwoch in einer Rede vor der Regierungspartei, die Türkei werde die syrischen Regierungstruppen bis Ende Februar zum Verlassen der Deeskalationszone in Idlib zwingen. Er drohte zudem mit Angriffen gegen die syrische Armee auch außerhalb dieser Zone, sollte es zu Attacken auf türkische Soldaten kommen.

    Zuvor forderte Erdogan Putin auf, Druck auf den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad auszuüben, damit die Regierungsarmee die Operation in Idlib stoppt und sich bis Ende des Monats von türkischen Beobachtungsstellen zurückzuzieht.

    Moskau-Ankara-Memorandum

    Am 22. Oktober 2019 hatten die Staatschefs Russlands und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, in fast siebenstündigen Verhandlungen in der südrussischen Schwarzmeerstadt Sotschi ein Zehn-Punkte Memorandum unterzeichnet. Demnach sollen die russische Militärpolizei und der syrische Grenzdienst beim Abzug der kurdischen Volksmilizen und ihrer Waffen aus der 30-Kilometer-Pufferzone an der syrisch-türkischen Grenze Unterstützung leisten.

    Im Herbst 2018 hatten Putin und Erdogan bei ihrem Treffen in Sotschi vereinbart, dass eine entmilitarisierte Zone an der Berührungslinie zwischen den syrischen Regierungstruppen und der bewaffneten Opposition in der syrischen Provinz Idlib geschaffen werden soll. Die Zone werde 15 bis 20 Kilometer breit sein, hieß es damals. 

    Lage in Syrien

    Gemäß der im Mai 2017 bei den Gesprächen in der kasachischen Hauptstadt Nur-Sultan (früher Astana) zwischen den Vertretern Russlands, des Irans und der Türkei erzielten Einigung sind in Syrien vier sogenannte Deeskalationszonen etabliert worden, um Zivilisten in den Kriegsgebieten zu schützen und ihnen das Verlassen der Kriegsgebiete zu ermöglichen.

    Anders als die drei anderen Deeskalationszonen wird Idlib immer noch nicht von der Regierung in Damaskus kontrolliert. Dort treiben extremistische Kämpfer und Terroristen der al-Nusra-Front* ihr Unwesen.

    Syrienkonflikt

    Der bewaffnete Konflikt in Syrien dauert seit 2011. Ende 2017 war der Sieg über die Terrorvereinigung „IS“* in Syrien und im Irak verkündet worden. In einzelnen Gebieten dieser Länder werden Säuberungen gegen die Milizen weitergeführt. Aktuell rücken die politische Regelung, der Wiederaufbau Syriens und die Rückkehr der Flüchtlinge in den Vordergrund.

    Inmitten der Eskalation in Idlib werfen Ankara und einige seiner Partner Damaskus und Moskau vor, humanitäre Ziele und das türkische Militär angegriffen zu haben. Russland und Syrien haben wiederholt erklärt, dass die Ursache für die Instabilität in der Region die Aktionen von Terroristen seien.

    *Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten 

    pd/mt/sna/

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    Tags:
    Idlib, Eskalation, IS-Terroristen, Terroristen, Telefongespräch, Treffen, Syrien, Recep Tayyip Erdogan, Wladimir Putin