05:09 10 August 2020
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    Die Krise um Idlib - die letzte Hochburg der Terroristen in Syrien – resultiert daraus, dass die Türkei ihre Verpflichtungen zur Abgrenzung zwischen gemäßigten Oppositionellen und den Terroristen nicht erfüllt. Das erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau am Mittwoch.

    Dabei wies das Ministerium vor allem auf die Terrormiliz Dschebhat an-Nusra* und die mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida* verbundene Organisation Huras al-Din hin, die die Region dominieren. Der Mitteilung zufolge wird die Lage durch den Einmarsch der türkischen Truppen samt Kampftechnik in die Deeskalationszone um Idlib und durch die Lieferung von Waffen und Munition in die Region erschwert.

    Das Verteidigungsamt dementierte Meldungen über einen Massenexodus der Bevölkerung aus der Deeskalationszone um Idlib. Berichte über die Massenflucht der Ortsbewohner hätten weder Hand noch Fuß.

    „Allerdings zieht ein Teil der Bevölkerung sicher aus der gefährlichen Zone auf das von der syrischen Regierung kontrollierte Territorien“, hieß es in der Mitteilung.

    Syriens wichtigste Verkehrsstraße frei von Terroristen

    Mittlerweile wurde eine der wichtigsten Verkehrsstraßen Syriens, die die nördliche Metropole Aleppo mit Hama, Homs und Damaskus verbindet, von den Terroristen befreit. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge wird das „die Wiederherstellung des friedlichen Lebens in Syrien deutlich beschleunigen“.

    Erdogan telefoniert mit Putin

    Inmitten wachsender Spannungen in Idlib tauschten Russlands Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch Meinungen über die Lage aus. In einem Telefongespräch vereinbarten die Staatschefs weitere Kontakte zwischen den Verteidigungs- und Außenministerien beider Länder.

    Das Gespräch fand auf Initiative von Erdogan statt. Zuvor hatte er Russland einen Bruch der bisherigen Vereinbarungen vorgeworfen und einen Abzug der syrischen Armee aus der Idlib-Zone gefordert.

    Türkei droht Syrien Vergeltung an

    Erdogan hatte nach den jüngsten Auseinandersetzungen zwischen türkischem und syrischem Militär im Norden von Syrien neue Vergeltungsmaßnahmen angekündigt. Russland dagegen hatte die Offensive des syrischen Militärs verteidigt und der Türkei vorgeworfen, zu wenig im Kampf gegen Terroristen zu tun. Bei den Kämpfen waren Soldaten auf beiden Seiten getötet worden.

    Syrien-Memorandum 2019 unterzeichnet

    Am 22. Oktober 2019 hatten Putin und Erdogan bei knapp siebenstündigen Verhandlungen in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi ein Zehn-Punkte-Memorandum unterzeichnet. Demnach sollen die russische Militärpolizei und der syrische Grenzschutz beim Abzug der kurdischen Volksmilizen und ihrer Waffen aus der 30-Kilometer-Pufferzone an der syrisch-türkischen Grenze Unterstützung leisten.

    Die Zone selbst wurde ein Jahr davor ebenfalls in Sotschi vereinbart. Es geht um eine entmilitarisierte Zone an der Berührungslinie zwischen den syrischen Regierungstruppen und der bewaffneten Opposition in der Provinz Idlib.

    *in Russland per Gesetz verbotene Terrormilizen

    am/mt/jeg

     

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    Tags:
    Verteidigungsministerium, Vorwürfe, Anti-Terror-Kampf, Idlib, Syrien, Türkei, Russland