23:58 27 Februar 2020
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    Wiktor Schokin war unter Poroschenko Generalstaatsanwalt in der Ukraine. Ex-US-Vizepräsident Biden soll versucht haben, Schokin aus dem Amt zu drängen – aus Schutz um seinen Sohn Hunter, im Vorstand des Gaskonzern Burisma, gegen den Schokin ermittelte. Jetzt wurde versucht, Schokin zu vergiften. Das Opfer vermutet Biden hinter dem Mordversuch.

    Im September 2019 erlitt der ehemalige ukrainische Generalstaatsanwalt Wiktor Schokin einen Herzinfarkt. Insgesamt acht Tage verbrachte der Jurist auf einer Intensivstation und überlebte zwei Herzstillstände. Sein Zustand stabilisierte sich zwar, die Herzbeschwerden hielten jedoch an.

    Tödliche Dosis Quecksilber im Blut

    Im Oktober erkannte der Arzt Nikolai Korpan, dass Schokins Infarkt die Folge einer Quecksilbervergiftung war, wie die taz berichtet. Korpan ist eine international anerkannte Koryphäe auf seinem Gebiet und hatte 2004 auch den späteren ukrainischen Präsidenten Wiktor Juschtschenko behandelt, der Opfer eines Giftanschlages geworden war. Juschtschenkos Gesicht war damals entstellt und seine Organe lebensgefährlich angegriffen worden.
    Bei Schokin konstatierte der Arzt eine „in der Regel tödliche Dosis Quecksilber“ im Blut. Hätte man nicht innerhalb eines Tages das erforderliche Gegenmittel aus Deutschland erhalten, hätte Schokin nicht überlebt, sagte Korpan der ukrainischen Nachrichtenagentur „Ukrainski Nowini“.

    Steckt Joe Biden dahinter?

    Schokin hatte Anfang Februar gegenüber dem ukrainischen Sender TSN auf die Frage nach möglichen Tätern geantwortet:

    „Ich habe keine offenen Feinde. […] Aber es ist möglich, dass Biden mit dieser Frage zu tun hat.“

    Joe Biden ist derzeit demokratischer Kandidat bei den US-Präsidentschaftswahlen und war unter Barack Obama Vizepräsident der USA. Im Januar 2018 hatte Joe Biden bei einer Veranstaltung des „Council on Foreign Relations“, die auf Youtube mehrfach geteilt wurde, geprahlt, wie er 2016 Präsident Petro Poroschenko und Premierminister Arsen Jazenjuk erpresst habe. Laut Bidens eigenen Worten hat er der damaligen Nummer Eins und Nummer Zwei der Ukraine bei einem Besuch in Kiew gedroht, wenn sie nicht innerhalb von sechs Stunden den gegen seinen Sohn ermittelnden Generalstaatsanwalt Schokin entlassen würden, bekämen sie nicht den von den USA zugesagten Kredit in Höhe von einer Milliarde Dollar. Daraufhin wurde Schokin entlassen.

    Schokin ließ sich nicht einschüchtern

    Schokin wurde im Februar 2015 zum Generalstaatsanwalt der Ukraine ernannt und begann sofort, härter gegen Korruption durchzugreifen. Dabei scheute er sich auch nicht, gegen politische Schwergewichte und Oligarchen vorzugehen.

    Am 2. November 2015 wurde erstmals ein Mordanschlag auf Schokin verübt. Drei Schüsse auf ihn abgefeuert – das Panzerglas in seinen Bürofenstern rettete ihm das Leben.

    Schokin ließ sich jedoch nicht einschüchtern. Anfang 2016 kündigte er an, hart gegen die ukrainische Gasfirma Burisma vorzugehen. In deren Vorstand saß damals Joe Bidens Sohn Hunter.

    Am 2. Februar 2016 wurde auf Schokins Anweisung der Besitz von Burisma per Gerichtsbeschluss beschlagnahmt. Joe Biden soll daraufhin Präsident Poroschenko allein im Februar 2016 fünf Mal angerufen haben. Schokin behauptet, dass die Generalstaatsanwaltschaft damals „schwerwiegende Beweise“ für Geldwäsche bei der Firma Burisma gehabt habe. Im Zuge dessen seien auch Ermittlungen gegen Hunter Biden eingeleitet worden wegen des Verdachts auf Geldwäsche von 14,8 Millionen Dollar. Dies geht aus einem Video eines Gespräches von Wiktor Schokin mit dem ehemaligen New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani hervor.

    Konsequenzen bis nach ganz oben

    Giuliani war als Anwalt von Donald Trump im Dezember 2019 in die Ukraine gereist, um Beweise zu sammeln, die den US-Präsidenten entlasten. Trump wurde vorgeworfen, Druck auf den neuen ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenski ausgeübt zu haben, damit dieser die Ermittlungen gegen Burisma wiederaufnehmen lässt. Ähnlich wie damals Biden soll auch Trump damit gedroht haben, einen versprochenen US-Kredit an die Ukraine nicht auszuzahlen. Die Anschuldigungen standen im Zentrum der Impeachment-Ermittlungen des US-Repräsentantenhauses, das inzwischen eingestellt wurde.

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    Tags:
    Ukraine, Joe Biden