11:27 05 August 2020
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    Die seit Jahrzehnten andauernden Verhandlungen über einen Friedensvertrag mit Russland treten laut dem japanischen Außenminister, Toshimitsu Motegi, in eine neue Phase ein. Das teilte der TV-Sender NHK am Sonntag mit.

    Demnach tat der japanische Chefdiplomat diese Meinung nach einer Zusammenkunft mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz kund.   

    „Ich habe konkreter meine Gedanken in Bezug darauf geteilt, wie die Verhandlungen fortgesetzt werden. Die Etappen (der Verhandlungen – Anm. d. Red.) ändern sich“, so Motegi.   

    Ihm zufolge sind Moskau und Tokio von einer Konfrontation bezüglich der wichtigsten Bestimmungen zu einer positiven Diskussion übergegangen. Der japanische Außenminister hat nach seinen eigenen Worten Lawrow eingeladen, in absehbarer Zeit Japan zu besuchen.

    „Termine werden vereinbart“, fügte Motegi hinzu.

    Zuvor hatte der japanische Außenminister mitgeteilt, dass die Konsultationen und das Zusammenwirken mit Russland konsequent voranschritten. Zudem brachte er die Hoffnung zum Ausdruck, dass die offenen Diskussionen über die bilaterale Problematik, darunter auch über den Abschluss eines Friedensvertrages, fortgesetzt würden.

    Lawrow unterstützte dagegen seinen japanischen Amtskollegen und äußerte sich zuversichtlich, dass das gesamte Fragenspektrum von beiderseitigem Interesse besprochen werde.    

    Territorialstreit zwischen Russland und Japan

    Japan erhebt seit Jahren Anspruch auf die russischen Inseln Kunaschir, Schikotan, Iturup und Habomai (nordöstlich der Insel Hokkaido), die nach der Zerschlagung der kaiserlichen japanischen Kwantung-Armee durch die Sowjettruppen zum Abschluss des Zweiten Weltkrieges in den Staatsverband der damaligen Sowjetunion aufgenommen wurden.

    Immer noch kein Friedensvertrag

    Die Zugehörigkeit der vier Südkurilen-Inseln zur UdSSR ist in einem entsprechenden sowjetisch-japanischen Vertrag festgehalten. Die beiden Länder haben immer noch keinen Friedensvertrag. Tokio macht seinen Abschluss von der Rückgabe der Südkurilen abhängig. Moskau geht davon aus, dass die Souveränität Russlands über die vier Inseln unumstritten ist.

    Münchner Sicherheitskonferenz

    Die Münchner Sicherheitskonferenz (MSK) hat am Freitag zum 56. Mal ihre Arbeit aufgenommen, seit 2008 hat Wolfgang Ischinger den Vorsitz. In diesem Jahr nehmen an der Tagung im Hotel „Bayerischer Hof“ mehr als 800 Delegierte teil, darunter 150 Staats- und Regierungschefs sowie Regierungsmitglieder. An der Spitze der russischen Delegation steht Außenminister Sergej Lawrow.

    ns/ae

     

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    Tags:
    Wolfgang Ischinger, Südkurileninseln, UdSSR, Münchner Sicherheitskonferenz, Toshimitsu Motegi, Sergej Lawrow, Friedensgespräche, Friedensvertrag, Japan, Russland